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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 12 · p. Seite 446

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 12
Article
Die Philosophie der Juden
Date
1862-01-01
Page
Seite 446 (sequence 2)
Language
German
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446 Die Philosophie der Juden. Heute stehen wir, Dank zweien Gelehrten, zweien Mei* stern in der hebräischen Literatur, den Herren Adolph Franck und Munk, nicht mehr auf demselben Punkte. Seit den Aufsätzen von Franck über die Kabbala hat die in den Büchern des Sohar und Sefer Jezira eingeschlossene Lehre aufgehört, ein Bäthsel zu sein. Zugleich PMlosoph und Philolog, hat Franck Licht in dieses Chaos gebracht, und wenn er auch nicht alle Dunkelheiten der kabbalistischen Bücher verscheucht hat, so hat er doch wenigstens mit Meisterschaft ihren Charakter festgestellt, ihre Tragweite bemessen und ihren Ursprung angedeutet. Damit ist der Wissenschaft ein ausserordentlich wichtiger Dienst geleistet worden.. Franck hat später noch Manches hinzugefügt durch die Veröffentlichung eines werthvollen Bandes von ״Orientalischen Studien“ (Etudes orientales), wo man unter anderen merkwürdigen Untersuchungen zahlreiches Material für die Geschichte der philosophischen und religiösen Ideen der Hebräer finden kann1). Was Franck vor 20 Jahren für die geheimen Wissenschaften der Juden, hat in der neuesten Zeit Munk für ihre officielle und öffentliche Philosophie gethan. Er gibt uns in schönem und gutem Französisch das Hauptwerk dieser Philosophie, den ״Führer der Verirrten“2). •Jetzt können wir Maimonides um so leichter lesen, da wir um ihn einen beständigen Commentator finden, der uns bei jedem Schritte unterstützt und leitet; denn um uns den More Nebuchtm verständlich zu machen, genügte keineswegs eine gründ- *) Besonders ein Aufsatz über den politischen und religiösen Zustand Judäa’s in den letzten Zeiten seiner Selbstständigkeit, wichtige Notizen über Maimonides und Avicebron, und eine Arbeit über die religiösen und philosophischen Lehren Persiens, die mit den israelitisehen so viele Berührungspunkte haben. 2) ,Munk hatte sich schon dadurch um die Geschichte der Philo- Sophie sehr verdient gemacht, dass er den Pons vitae, ein verloren gegangenes Werk Avicebron’s, fast vollkommen wiederhergestellt, und unter dem Namen dieser im Mittelalter so berühmten, man könnte fast sagen mysteriösen Person, einen spanischen Juden aus dem Ilten Jahrhundert, Ns.na.ens Salomon den Gebirol, entdeckt hat, der in der Weise der Araber philosophirte und wie sie den Aristoteles im Sinne der alexandrinisehen Schule interpretirte.

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