Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Philosophie der Juden
- Date
- 1862-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die PhilosopMe der Juden־ Von E. Saisset. (Aus der Revue des deux Mondes.) Was wusste man bis vor einigen Jahren von jüdischer Philosophie? Nichts, oder doch nur äusserst wenig. Es war wohl nicht unbekannt, dass es unter den zerstreuten Söhnen Israel’s eine sehr alte Lehre, Kabbala genannt, gegeben habe; aber was war mehr in Dunkel gehüllt, als diese? Um etwas Undurchdringliches zu bezeichnen, sagte man gemeiniglich: das ist kabbalistisch. Und was jene andere, nicht mehr geheimnissvolle und esoterische, sondem offen von den Rabbinen gelehrte und sich als orthodox ausgebende Philosophie der Juden betrifft — man kannte auch sie nicht viel besser. Man hatte von den Juden den grossen Maimonides und seinen berühmten ״Führer der Verirrten“ (More Nebuchim) citiren hören; doch was war der Geist, der Inhalt dieses Denkmals hebräischer Weisheit? Die grössten Gelehrten waren darüber in Unkenntniss. Leibnitz, der Alles las und Alles verstehen wollte, wusste von der Kabbala nur so viel, als ihm sein Freund, der Baron Knorr von Rosenroth, Verfasser der Kabbala denudata, gelehrt hatte, und zur Entzifferung des More Nebuchim bediente er sich der schlechten lateinischen Uebersetzung von Buxtorf 1). *) Vgl. das interessante Bruchstück, das erst vor Kurzem nebst einer Uebersetzung und einer erläuternden Abhandlung von Foncher de Careil veröffentlicht wurde, unter dem Titel: Leibnitzii observatiolies ad rabbi Mosis Maimonidis libriim, qui inscribitur doctor perplexorum 1861, in-8. bei Durand. (Eine Besprechung dieser Abhandlung brachte diese Monatsschrift, Juniheft 6. 228 f. F.) Frankel, Monatsschrift. XI. 12. 34