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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 11 · p. Seite 439

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 11
Article
[Rezension] / K.
Date
1862-01-01
Page
Seite 439 (sequence 2)
Language
German
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Reeensionen und Anzeigen. 439 besonders, wenn es an Schulunterricht fehlt, in den crassesten Aberglauben ausarten, wie dies auch unter den Mendaiten und den Nazaräern bei Ladakia geschehen ist. Indessen bei der geringen Anzahl von Juden in jenen Gegenden und der Verachtung, in welcher sowohl diese als die amphibischen Nabatäer überhaupt standen, war eine ausgedehnte Verbreitung eine Ü11moglichkeit, bis, nachdem die Bibelkenntniss auf ein Minimum gesunken war, aus den Heiden ein Prophet auserkoren wurde. Der Islam ist die Frucht dieser religiösen Bewegungen, Er hat das griechische׳ Kaiserreich, welches sie in die Wüste zurückdrängte, zertrümmert, und sein Halbmond glänzt über dem Tempel von Jerusalem, der Johanneskirche von Orfa und der Cathedrale von Damascus. Sie sind Monumente, uns zu überzeugen., dass Gewissenszwang und Verfolgungsgeist, selbst unter dem Schutze des Kreuzes, keinen Zufluchtsort finden. ״Gerade, weil Religion das Heiligste ist, dürfen Herrscher und Pfaffen sie nicht ungestraft zum Werkzeug des Zwanges und der Unterdrückung machen." Zur Zeit des Mohammad finden wir in Arabien nur noch zwei dieser Secten, ׳die Rakusier und die Hanyfe. Die Lehre der Rakusier charakterisirt Sp. als ״Monophysilismus auf ebionisclien Boden gepflanzt." Die Hanyfe sind Essäer, die fast alle Kenntniss der Bibel verloren und, weil sie somit allerlei fremden Einflüssen aus gesetzt waren, manche Wandelung durchgemacht hatten. Ihre Lehre, in den Oasen der Wüsten erwachsen, enthält den reinsten Ausdruck des semitischen Geistes, und aus ihr ist der Islam hervorgegangen. Die Hanyfen (die nicht mit den Hany fiten, einer orthodoxen Beete von Mohammedanern verwechselt werden diirfen), bisher nur wenig bekannt, sind nach Spr. die Vorläufer des Moham. Er nennt sich seihst einen Hanyf, und während der ersten Periode seines Lehramtes hat er wenig anderes gethan, als ihre Lehre bestätigt. Von arabischen Geschichtschreibern werden uns ein Duzend Zeitgenossen des Moham. genannt, die in Makka, der Schwesterstadt Täyif und in Madyna, lebten, ehe er als Prophet aufstand, an einen Gott glaubten und Hanyfe ׳Messen. Wir wussten aber nicht, was wir unter Hanyfe zu verstehen haben und glaubten, es hiesse überhaupt Monotheist oder Skeptiker. Wir wussten, dass die Makkaner dem Mohammad nachsagten, er sei zum Cahier geworden (Sacabbä) und

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