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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 11 · p. Seite 429

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 11
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 429 (sequence 25)
Language
German
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IRI
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Dr. Bernhard Beer. 429 reiste beruhigt ab, da ich ihn heiter gefunden hatte, auch bestärkten mich seine Briefe in der Hoffnung, er habe sich vollständig erholt. Da langte am 1. Juli die telegraphische Nachricht an, er sei verschieden! — Schon acht Tage vorher war er von einem Fieber befallen , das jedoch nicht mit. Heftigkeit auftrat. Sonnabend, den 29. Juni fühlte er sich leichter: er erzählte dem ihn besuchenden Dr. Landau, heute habe er sich wieder in inniger Andacht zu Gott im Gebete erheben können; auch besprach er sich mit ihm über eine wichtige Gemeindeangelegenheit. Die Gemeinde war sein steter und fast sein letzter Gedanke! Sonntag Morgens traf ihn sein Hausarzt Dr. Hirschei bei einer Lectüre: er entwand ihm das Buch und empfahl ihm Ruhe. Mittags hatte das Fieber sich zu einem lieftigen Nervenfieber entwickelt, der herbeieilende Arzt fand ihn rettungslos, um drei Uhr des Morgens, 1. Juli, gab er den Geist auf! Ich eilte nach Dresden, um der Hülle meines Freundes die letzte Ehre zu erweisen und — hier entfällt die Feder. Welche Worte könnten auch nur von fern den Schmerz des Freundes, vermehrt durch das namenlose Weh der Gattin, wiedergeben! — Wie er ehrenvoll bestattet wurde, die ganze Gemeinde den Verstorbenen in tiefer Trauer begleitete, Redner von nahe und fern sich an seinem Grabe in Anerkennung seiner Verdienste ergossen, hierüber Bericht abzulegen fühlt noch heute die Freundesliand sich zu schwach. Nur dieses finde Erwähnung, auch weit über den Kreis der Gemeinde und der ihm Nahestehenden fand sein Tod ehrenvolle Besprechung. Die ״Augsburger Allgemeine Zeitung“ brachte in einer Correspondenz aus Dresden, die Nachricht von seinem Scheiden' mit Hervorhebung seiner seltenen Verdienste. In ähnliehern Sinne berichtete die ״Deutsehe Allgemeine Zeitung“. Die ״Europa“ hob hervor, wie selten in einem Vertreter der Gemeinde-Angelegenheiten sich solche Eigenschaften vereinigt finden und welches Licht durch ihn auf die Gemeinde selbst gefallen. Jul. Hammer widmete ihm einen von tiefer Achtung dictirten Nekrolog in der ״Constitutioneilen Zeitung“, Gutzkow rief ihm warme Worte in den ״Unterhaltungen am häuslichen Heerd“ nach. Bedeutsam ist

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