Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 11 · p. Seite 428

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 11
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 428 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829276-2829288-2859139--07260-2859202
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

428 Dr. Bernhard Beer, Sie kennt keine Dogmen, beruhet vielmehr auf solchen Wahrheiten, wovon des Menschen Inneres Kunde gibt, sie stützt sieh auf grosse, geschichtliche Thatsachen, die in dem Dasein und Erhaltung der gesummten jüdischen Religionsgemeinschaft von selbst ihre unumstössliche Beglaubigung finden. Wie könnte von einer Wissenschaft des Judenthums, von einer jüdischen Literatur in höherem Sinne die Rede sein, sollten sie nicht mit selbstständiger Untersuchung verbunden werden dürfen“?*) Es fehlte nicht an den unwürdigsten Entgegnungen. Ich bat meinen Freund dringend, jenen Verketzerungen, die in den Augen jedes Denkenden sich selbst richteten, kein Gewicht beizulegen; er konnte seinen Schmerz über diese Herabwürdigung des Judenthuines nicht beschwichtigen. Auch traf ihn um diese Zeit ein harter Schlag: sein College W. Schie starb im April 1861 nach schwerem Krankenlager. Es wurde schon früher erwähnt, was dieser Mann der Gemeinde war. Er hatte unter trüben Verhältnissen die Leitung ihrer Angelegenheiten übernommen, und entledigte sich seiner Aufgabe nach innen wie nach aussen mit glänzendem Erfolge. Seine energischen Worte mehreren Landtagsabgeordneten gegenüber, die der anerkannten Biederkeit und Geradheit seines Charakters Achtung zollten, trugen viel zu der günstigen Abstimmung über die Gleichstellung bei, Ein ptinktlieber Verwalter des Gemeindevermögens, war seine Hand stets den Armen geöffnet; er hinterliess ein bleibendes Andenken seines Wohlthätigkeitssinnes in dem von ihm im Jahre 1852 errichteten ״Henriettenstift,“ einem Asyl für mittellose bejahrte Männer und Frauen. Der allgemein schmerzlich empfundene Verlust berührte Beer um so tiefer, als er in dem Hingeschiedenen einen Freund und vieljährigen Mitarbeiter betrauerte. In dem darauffolgenden Mai besuchte ich meinen Freund und wir verlebten zwei frohe Tage zusammen. Ich K) Wertheimer Jahrbuch für Israeliten, 8, Jahrg. S. 126 £ Zu vergleichen ist auch der daselbst von Beer geführte Nachweis, es bestehe keineswegs ein Widerspruch zwischen Forschung und Anerkennung der Tradition.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.