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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 11 · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 11
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 420 (sequence 16)
Language
German
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420 Dr. Bernhard Beer. fen, und wenden uns zu manchem inneren Vorgänge in der Gemeinde. Die mit Ungestüm eingetretene Bewegung machte auf Beer einen tiefen Eindruck, er folgte ihr mit der höchsten Spannung und erhoffte durch sie das Ende der Leidenszeit seiner sächsischen Glaubensgenossen. Doch der Hoffnung schien durch das Vorgehen des ״ volkstümlichen" Ministeriums der Boden entzogen, in der Gemeinde bemachtigte sich Unruhe mancher Gemüther, Beer selbst wurde sehr leidend. Sein Gesundheitszustand rief bei der liebenden Gattin und seinen Freunden tiefe Besorgniss hervor, und er zog sich nach langem Widerstreben auf deren wiederholtes Andringen auf einige Zeit von den Gemeindeangelegenheiten zurück. Aber die Gemeinde bedurfte gerade unter diesen, eine Wandelung vorbereitenden Verhältnissen so sehr der Dienste des Mannes, der durch eine Reihe von Jahren für sie mit unwandelbarer Aus- י dauer gekämpft, der sie gleichsam zu einer Gemeinde herangezogen und sie ihrem Ziele entgegenführen sollte! Doch eine gütige Vorsehung überwachte die Geschicke dieser so lange schwer geprüften Gemeinde: ein Mann trat an ihre Spitze, dessen Muth der Zeiten harter Lauf nicht beugte, ein Mann, der, mit festem Blicke die Gefahr nach innen und aussen abwägend, den Entschluss fasste, die Gemeinde durch die hochgehende Strömung zu leiten. Wilhelm Schie, Sohn des früher genannten M. Schie, hatte am Grabe seines Vaters den Vorsatz gefasst, in dessen Fussstapfen zu gehen und sich trotz seiner überhäuf-, ten Geschäfte — er war Chef des Bankierhauses Schie — dem Wohle seiner Brüder zu widmen: und er führte diesen Vorsatz mit seltener Treue aus. Es gibt stille Tugenden, für die keine Benennung ausreichend, die, auf dem Schauplatze des Lebens nicht beachtet, den ihnen näher Stehenden mit wohlthuender, erwärmender Liebe erfüllen: es ist dieses ein schwacher Ausdruck der tiefgefühlten Verehrung, die dem zeitlich Hingeschiedenen von denen, die ihn gekannt, gezollt wird! Der Mai des Jahres 1849 kam heran und brachte über Dresden Schrecknisse, wie sie keine andere deutsche Resi-

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