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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 11 · p. Seite 417

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 11
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 417 (sequence 13)
Language
German
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417 Dr. Bernhard Beer. .gehren und gegen Ungleichheiten ankämpfen, ohne zugleich das Nass der Freiheit zu gewähren, das man selbst ertheilen kann, ohne die Ungleichheiten auszumerzen, die noch zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften eben der Religion wegen bestehen.“ Der Aufruf schloss mit den Worten:. ״Wir vertrauen auf den Freisinn, auf die Intelligenz und Bildung der sächsischen Bevölkerung, dass sie durch Aufnahme der Bitte um politische Gleich- Stellung bei der Regierung und den Ständen dazu beitragen werde, jene Ungleichheiten, die uns bürgerlich und politisch unfähig machen, die uns hindern, selbst von dem geringen Rechte, das wir besitzen, den wahren und freien Gebrauch zu machen, für alle Zukunft zu entfernen, und dass sie durch Verleihung der Freiheit und Selbstständigkeit beweisen werde, dass sie selbst zur höchsten politisehen Reife gelangt und der vollsten Freiheit würdig sei. Mitbrüder, bewähret dieses durch dieThat und zeichnet eine ״Bitte an Se. Majestät den König, um Vorlage eines Gesetzentwurfs an die Ständeversammlung, betreffend die völlige Gleichstellung der Bekenner aller Confessionen.“ Der Aufruf fand jedoch keinen bedeutenden Anklang. Auch die Bessergesinnten wagten nicht zu Anfang der Bewegung in Vereinen und Versammlungen von den Angelegenheiten der Juden zu sprechen, und als ein Redner für allgemeine Gleichberechtigung seine Stimme erhob, wurde er mit allgemeinem Murren zurückgewiesen. Der politische Umschwung stand losgerissen von einem Umschwunge der Ideen und Ansichten: er war zu schnell gekommen, die Menge durch die lang anhaltende Reaction unreif, der Begriff Freiheit identificirte sich in Vielen mit Gesetzlosigkeit, dem möglichst freien Gebrauch des eigenen Rechts mit Nichtbeachtung des Rechts des Anderen. Selbst Männer von reiferem Urtheil fassten die Freiheit einseitig auf und mochten sie nicht den Juden gönnen. Es darf Niemand sich zum Richter über die Gesinnung, über individuelle Zu- und Abneigung aufwerfen, sie ist häufig Frucht der Erziehung oder eingewurzelten Vorurtheils, und hat Jedermann mit sich selbst hierüber in’s Gericht zu gehen. Wenn daher bei manchem Demokraten der

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