Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829276-2829288-2859139--07242-2859184- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
410 Dr. Bernhard Beer. ders dazu bestimmt, durch seine spe cifisclien Lehren und Grundsätze über Gott und Welt, über Recht und Pflichten u. 6. w. manche Begriffsverwirrungen über die höchsten und wichtigsten Gegenstände der Menschheit zu beseitigen und zu läutern, wahren Gottesglauben, Scheu und Ehrfurcht vor dem Heiligen und Ewigsittlichen, riehtige Würdigung der socialen Verhältnisse der Menschheit zum wahren Glück und Frommen aller Völker zu fördem und zu verbreiten und so das Reich Gottes auf Erden allmählich herb ei zuführ en." Ein anderes Denkmal von Beer’s kritischem systematisirenden Geiste besitzen wir in den Jahresberichten über jüd. Literatur, die Werthheimer’s Jahrbuch für Israeliten, Jahrg. 1855—1861, brachte. Beer umspannte hier alle, auch von christlichen Autoren ausgehenden, die jüdische Literatur berührenden Erscheinungen, die das Jahr gebracht hatte, reihete sie nach den verschiedenen Gebieten ein und cliarakterisirte sie in entsprechender Weise. Die späteren Jahrgänge brachten diese Rückblicke in Briefform; durch sie wurde Beer der Schöpfer von Literaturbriefen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur*־), und er war wie Keiner hierzu befähigt: er legte in ihnen allenthalben Proben seiner grossen Belesenheit wie eines geläuterten kritischen Geschmackes ab, die sie denn auch, wie von einem bewährten Autor hervorgehoben wurde, zum endgültigen Muster machten **). Hier muss besonders die Hingebung Beer’s an die Wissenschaft hervorgehoben werden, da, obschon er mit der ihn. kennzeichnenden Milde sein Urtheil abgab, mancher Autor dennoch die Ursache des ׳*) Diese Literaturbriefe sind von seinen oben gedachten ״Jüdische Literaturbriefe" zu unterscheiden, Letztere besprechen die jüdische Literatur im Ganzen und Grossen, umfassen sie in ihrer Gesammtheit und schliessen mit ihrer Neubelebung durch Rapoport und Zunz. Die Briefe des Jahrbuches besprechen die neuesten Erscheinungen und gehen auf jede besonders ein. — Auch in den Jüdischen Literaturbriefen wird übrigens eine systematische Gruppirung des Gesammt- Stoffes (vgl. das. S. 20 f.) versucht. **) Vgl. Gutzkow, Unterhaltungen am häuslichen Heerd, Jahrgang 1858.