Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1862)
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 400 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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400 Recensionen und Anzeigen. Berichterstatter von der Wahrheit abweichen, jeder seine eigene Legende erzählte. Wie der Richter aus den Aussagen unlauterer Zeugen, wenn sie auch unter sich zu keinem Einverständniss gelangt sind, den Thatbestand ermittelt, so auch gelingt es uns bisweilen, durch Vergleichung verschiedener Traditionen über ein und dasselbe Ereigniss, befriedigende Resultate zu erreichen. Dieses Verfahren bietet aber noch einen anderen Vortheil, Wir sind in manchen Fällen in den Stand gesetzt, die Entwickelung des Mythus bis in die Einzelnheiten zu verfolgen. Ein Mythus aber ist ein vom Volke gesprochenes Wort und daher eine Thatsache in der Geschichte seiner geistigen Entwickelung. In der Ueberzeugung, dass die Mythen anderer Völker auf eine ähnliche Weise ־wie die der Moslime entstanden seien, habe ich, da keine andere Literatur eine so grosse Zahl von zuverlässigen Materialien für dieses Studium bietet, wie die arabische, der Entwiekelungsgeschichte von Legenden grosse Aufmerksamkeit geschenkt.“ Noch muss, bevor wir an des Verfassers neue Hypothese bezüglich des Ursprunges des Islams gehen, folgende Stelle der Vorrede (S. 23) liervorgehoben werden. ״Die meisten fremden Ausdrücke in Mohammad'8 theologisch er Terminologie, wie z. B. Ciddyk, der Gerechte, stammen aus dem Hebräischen, aber sie sind allem Anscheine nach durch das Nabatäische zu den Arabern gelangt, welche im Norden manche derselben schon länge vor Mohammad in ihre Sprache aufgenommen haben. Es gab unter ihnen ja Christen, Juden und Cahier, welche wenigstens einiger theologischer Kunstausdrücke bedurften.“ Die Forschungen, bekennt der Verf. mit liebenswürdiger Offenheit, über die theologischen Begriffe und die Geschichte der judenchristlichea Schwärmer haben ihn in fremdes Gebiet geführt, Es ist dies ein Gegenstand, welcher die Aufmerksainkeit eines tüchtigen Kenners der jüdischen Literatur verdient. Spr, hat diese Studien Herrn E. Deutsch in London empfohlen, und verspricht sich und uns von diesen Studien interessante Aufschlüsse über den Ebionismus und die verwandten Brüderschaften, Zu den Ebioniten und Essäern führt uns nämlich der Verf. in dein Capitel, das von den ״religiösen Bewegungen im nördlichen Arabien vor Mohammad“ handelt. Wesentlich Neues, namentlich über die Essäer, wird nach den Arbeiten des Herrn Redacteurs dieser Monatsschrift und des