Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1862)
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 398 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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398 Recensionen und Anzeige hängigkeit der Wissenschaft vom Islam auch Albertus Magnus vor., (Dass dieser nicht den Moslimen allein ״all‘sein Wissen" dankt, dass auch Juden — allerdings auch arabisch schreibend# Juden — seine Lehrer gewesen, wird binnen Kurzem von der bekannten Darsteller der jüdisch-mittelalterlichen Philosophie. Dr. Joel, wissenschaftlich beleuchtet werden.) Wie es mit der Wichtigkeit des Islam auch immer stehen mag — dennoch, glaubt der Verf., dürften selbst einige Schulmänner so liberal sein, zuzugestehen, dass die Orientalen, wenn sie auch weder Frack noch Oravatte tragen, zur Menschheit gehören, und ihm beipflichten, wenn er eine Geschichte der Menschheit für unmöglich hält, so lange ihre Rolle nicht gehörig begriffen wird* Ihm kam es vor, dass man auf die Kenntniss des klassisclien Alterthums zu viel, und auf die des Orients zu wenig Werth lege, und er hat sich daher schon in früher Jugend entschlossen, sich ganz asiatischen Studien zu widmen. Die besten Jahre seines Lebens brachte er in Asien zu, zwölf Jahre stand er mohammedanischen Hochschulen vor, und mit vollem Fug sagt er von sich mit Ahn Zaid (übers, von Rückert); Auf Reisen mich wagt’ ich, Und Rosse beschritt ich, Der Heimath entsagt’ ich, Und Flüsse durchritt ich, Und Länder durchjagt’ ich Und Meere durchschnitt ich Der Wissenschaft nach. Für Wahrnehmung wach. Rieht 11688 ich mich’s kränken, Durch Wüsten zu lenken, Um dann mich zu tränken im Quell, statt am Bach. Jetzt, wo die Wanderjahre vorüber, ging der Verf. daran, das gesammelte Material zu verarbeiten. Man verlangt vom Geschichtsschreiber — so lautet sein historiographisches Glaubensbekenntniss — dass er frei sei von Tendenz und die Erzählung objectiv halte. Es ist jedoch nothwendig, dass er sich von einer philosophischen Idee leiten lasse; der Unterschied zwischen Wissenschaft und Empirik besteht ja eben darin, dass jene am Wesentlichen festhält, während diese sich mit Nebensachen hefasst. Sache der Philosophie ist es aber, zu bestimmen, was das Wesen der Sache ausmache.' Nur unter dem Einflüsse einer vernünftigen Gesehichtsphilosophie kann , die Historiographie gedeihen. Spr. bekennt sich zur Schule des Ibn-Chaldun, und gleich diesem grossen Denker arbeitet auch er darauf hin, ״alb