Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1862)
- Article
- [Rezension] / K.
- Date
- 1862-10-01
- Page
- Seite 397 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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397 Recensionen und Anzeigen. uns liegt die Verpflichtung ob, dem Leserkreise dieser Blätter die ihn zunächst und zumeist interessirende alte, vielventilirte, aber immer noch offene Frage, ״auf welche Weise gelangte Mokammad in den Besitz der vielen unleugbar jüdischen Elemente* die im Koran sichMnden? unmittelbar durch Juden oder mittelbar, und wenn mittelbar, durch wen?" in der Beleuchtung vorzuführen, in die der gelehrte Herr Verfasser sie gerückt. Wir bemerken vorweg, dass auch sehr vieles Andere gleichen Anspruch hätte, hier auszüglich mitgetheilt zu werden, die uns zagemessenen Grenzen aber nöthigen uns, auf die eingehende Besprechung der erwähnten Frage uns zu beschränken, zumal diese allein ausreichen dürfte, das Interesse an dem ganzen Buche zu erwecken. Wir bedienen uns nun zumeist wörtlich der Dar- Stellung des Verfassers, da es uns darauf ankommt, wenn auch in knappem Rahmen, so doch ein möglichst reines Bild der gan- Len schriftstellerischen Eigentümlichkeit Sprenger’s wie sie in diesem seinem Buche sich scharf ausprägt zu gehen. In der Vorrede bespricht Spenger zuerst die Bedeutung des Islam. ״Mehr als hundert Millionen Menschen, also ungefähr ein Zehntel der Bewohner dieser Erde glauben, dass Mohammad ein Bote Gottes gewesen sei und die von ihm gegründete Religion wird, noch ehe dieses Geschlecht dahingegangen ist-, das zwölfte Mal ihr hundertjähriges Jubiläum feiern. Die Hauptnationen, welchen seine Lehre Trost gewährt, als die Araber, Perser und Türken, stehen keiner andern an geistigen Anlagen nach. Philosophische Bildung ist häufiger unter den Moslimen, als wir gewöhnlich annehmen, und sie zeichnen sieh vor allen anderen Religionsgemeinden durch Festigkeit und Bestimmtheit ihrer Ueberzeugung aus. Unglaube ist selten,, hingegen durch Hingebung und Opfer beurkundete Tiefe des Glaubens sehr häufig. Schon an und für sich also ist der Islam eine der grössten hi- «torischen Erscheinungen." Dass die aus dem Islam erwachsenen Oulturzustände während des' Mittelalters einen grossen Einfluss auf Europa ausübten, ist allgemein bekannt. Der Verfass er bringt neben anderen schlagenden Beweisen für die Absich für diese Annahme ausgesprochen und hTöldeke pflichtet ihm nun hierin völlig bei. Interessant ist der Hinweis KAs auf Sura 5, 35, als ganz gleich der Mischna Synhedrin 4,, 5. Frankel, Monatsschrift. XI. 10. 30