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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-10-01 · Heft 10 (Oktober 1862) · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 10 (Oktober 1862)
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-10-01
Page
Seite 378 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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878 D r. Bernhard Beer. Die Ahschliessung von den Völkern war nicht Zweck, son-? dern Mittel, um die reine sittliche Lehre zu erhalten. Die anderen Völker sind nicht unrein, sie verunreinigten hlos das Land durch ihre scheusslichen Verbrechen. Sprechen Sie von der prophetischen Periode? Da fand ja aber eher das Gegentheil von dem statt, was Sie hier hebaupten. Schon Salomo schloss einen Bund mit dem heidnischen König Hiram und öffnete den Tempel Gottes für jeglichen Be• tenden, zu welchem Volke er auch gehören mochte. (Vgl. das Gehet Salomo’s, 1 Kön, 8, 41•—-43. 2 Chron. 6, 32, 33.) Später vernachlässigten die Israeliten meist die mosaischen Gesetze so sehr, dass letztere fast vergessen wurden', sie hielten sich fast ganz an die umliegenden Völker, dass von einer Abschliessung gar nicht die Bede sein konnte. Die Propheten ermahnten zur Gottesfurcht , Tugend, Sittlichkeit, Aufrechthaltung des Monotheismus, und warnten nur vor'Nachahmung der heidnischen Sitten und Gebräuche, theils um nicht in noch grössere Entsittlichung zu verfallen, die zum Theil schon eingerissen war, theils um nicht in politische Abhängigkeit von den Nachbarvölkern zu gerathen, Dahingegen waren die Propheten, wie jedem Forscher bekannt, vom höchsten Universalismus beseelt; ihnen galt kein specihs eher Volks unterschied. Sie sagen nun weiter: ״Ursprünglich war der Bund, den das Volk Israel mit Gott schloss, ein freier, denn er war aus der Fülle des damaligen religiösen Bewusstseins hervorgegangen. Doch da der Geist fortschritt und der Buchstabe des Gesetzes stehen blieb und das Fortschreiten von den Priestern verhindert ward, wurde das Gesetz ein äusseres, ein knechtisches. Der Glaube zu Gott ward mehr und mehr blos äussere Annahme des Gesetzes und erzeugte die Lüge und die Heuehelei, die Liebe aber ward zum blinden Gehorsam des Gesetzes und erzeugte die Werkheiligkeit einerseits, andererseits den Fanatismus.“ Wenn Sie hier erwähnen, dass ״Priester das Forts ehr eiten hinderten,“ so meinen Sie wohl gewiss nicht die Priester des ersten Tempels, denen Sie doch nicht zumuthen werden, dass sie das Fortschreiten im Götzendienste und in den heidnischen Gebräuchen befördern sollten, sondern die Priester des zweiten

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