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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-10-01 · Heft 10 (Oktober 1862) · p. Seite 375

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 10 (Oktober 1862)
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-10-01
Page
Seite 375 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Dr. Bernhard Beer. 375 einzelnen heidnischen Völker ersichtlich ist, z. B. Num. 21, 28 u. 8. w. 24, 24. — Deut. 32, 8. In Folge dieser Nähe Gottes und seiner liebevollen Fürsorge für die Menschen, wurde natürlich die Liehe zu Gott als das vorzüglichste Gebot des Mosaismus hingestellt. ״Liehe den Ewigen deinen Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen,“ Deut. 6, 5. ״Was fordert der Ewige von dir, als Gott zu ehrfürcliten, in seinen Wegen zu wandeln und ihn zu lieben“ u. 8. w., das. 10, 12. — ״Wenn ihr die Gebote befolgen werdet, die ich euch heute gebiete, den Ewigen eueren Gott zu lieben“ u. 8. w., das. 11, 13. Wäre Gott ein der Welt fremdes Wesen, das blos durch seine Macht sich kundgäbe, so hätte die Furcht vor Gott (hehr. כלורא? Mora), blinde Unterwürfigkeit, an empfohlen werden müssen, nicht aber Ehrfurcht und Liebe, d. i. innere Anhänglichkeit an das Wesen Gottes, um sich mit ihm zu hefreunden, und gleichsam in Gott aufzugehen und die Gegenwart Gottes im Menschen durch die eigene That zu bekunden. Es würde die Grenzen dieses Schriftchens zu sehr überschreiten, wollte ich Ihre Angaben über die mosaische Auffas־^ sung des Verhältnisses Gottes zum Menschen hier noch weiter verfolgen und ausführlicher widerlegen. Der Beweise, dass, nach den Urkunden des Judenthums, Gott kein beschränktes ausserweltliches Wesen sei, sondern auf den Menschen unmittelbar einwirke, sind so viele, ״wie die Wassertropfen, die das Meer bedecken,“ um mich eines prophetischen Gleichnisses zu bedienen. Was Sie nun vollends von einer Herrschaft des Satans sagen, welcher der Mensch, in Folge seines Abfalls von Gott» unterworfen sei, ist der mosaischen Lehre 80 schnurstracks entgegen, dass ich weiter gar nicht darauf einzugehen brauchte.. Ich begreife nicht, wie Sie von Ihrem Standpunkte aus, die viel später entstandene Idee von einem Satan, der übrigens in den. notorisch vorexilischen Büchern des Alten Testaments gar nicht erwähnt wird, und auch selbst in den nachexilischen nicht als ein ״Gott entgegengesetzter mächtiger Geist,“ sondern blos als eine Art öffentlicher Ankläger vorkommt., in den Pentateuch hineintragen konnten? Der aithe.bräische Glaube kannte keinen Satan in Ihrem

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