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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
[Rezension] / M.
Date
1862-01-01
Page
Seite 357 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Recensioneri und Anzeigen. 357 weiter verfolgen, wie wir ja überhaupt nur beabsichtigten, in aller Gedrängtheit und Trockenheit den Grundgedanken des Verfassers und die aus demselben sich ergebenden Oonseguenzen hinzustellen. Es bliebe uns nur noch die Pflicht, ein Urtheil über die Ansichten des Verfassers zu fällen. Und da gestehen wir offen, dass wir es nicht lieben, von einein anderen Standpunkte aus vereinzelte Punkte anzugreifen. Der einzelne Punkt ist unschaläig, nur der Standpunkt ist entscheidend. Wir begnügen uns daher mit der blossen Andeutung dieses anderen Standpunktes. Dem Verfasser selbst imponirt die Einzigkeit und Isolirtheit der jüdischen Anschauung vom Göttlichen inmitten der heidnisehen Anschauungen des Alterthums. Diese Isolirtheit in der Erkenntnis8 des Wahren bliebe auch für den Verfasser ein unlösbares Räthsel, wenn nicht ״die Race" als mot de Fenigme׳ sich einstellte. Gestehen wir aber, dass nicht Jeder mit dieser Lösung zufrieden sein wird, und dass die andere Lösung, nach welcher wir es hier mit göttlichen Führungen und göttlichen Absichten nicht im uneigentlichen, sondern im eigentlichen Sinne zu thun haben, für die Meisten befriedigender sein dürfte. Die Erklärung aus der Race wird noch bedenklicher, wenn man erwägt, dass das jüdische Volk 1000 Jahre und ein Exil brauchte, um den mosaischen Gedanken von Gott vollständig zu begreifen. Das sieht also kaum wie ein Gedanke aus, der naturwüchsig oder instinctiv, wie Renan sagen würde, aus der Race hervorgewachsen ist. Dass wir darum die Bedeutung der Race nicht verkennen, glauben wir folgendermassen zeigen zu können. Auch wir halten die göttliche Offenbarung an Moses nicht für einen Act der Willkür, sondern, menschlich zu reden, der Wahl, und die göttliche Wahl wird wohl die geeignete Race, das geeignete Volk getroffen bähen. Darum ist uns aber die Lehre Mosis dennoch mehr als eine ״aus Familientraditionen entstandene Geschichtsreligion.“ So viel über die Entstehung der jüdis eben Lehre. lieber die Bedeutung der Nationalität hingegen für die Weiterentwickelung der religiösen Idee und des religiösen Lebens wollen wir mit dem Verfasser nicht rechten, obwohl die jüdische Race auch im Exil sich mächtig bewährt hat. Denn wenn sie an der Bibel auch nicht, wie Heine sagt, ״ein portatives Vaterland besass,“ so besass sie doch an ihr und dem Frankel^ Monatsschrift. XI. 9. 27

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