Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829276-2829286-2858932--07094-2859000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
343 Dr. Bernhard Beer. monieti, deren Ausübung das religiöse Gesetz erheischt, haben nur den Zweck, jene beseligende Gottesfurcht, die uns allein höheres Leben' spendet, in uns zu erstarken und zu steigern (Deut. .6, ■23; vgl. Cominent. zu Maimonid. Hilchot jesode hathora c. 2,'§ 1:2).. / Es bedarf für Sie, w. Fr., keiner weiteren Nachweisung, wie schon die ersten mosaischen Bücher (z. B. Geh. 22, 12. 42,18) den.',■Inbegriff religiöser Gesinnung durch ,,Gottesfurcht66 ausdrücken, wie die h. Schrift an den meisten bezüglichen Stellen sogar eine sprachliche Distinction anwendet, um ,,edlere Gottesfurcht66 von ״gemeiner Furcht66 zu unterscheiden (vgl. H. Wessely, Gan Naul; Abschn. 5, c. 6, § 9), ferner wie die späteren biblischen Bücher, namentlich die Psalmen, die Sprüche Sah, Hiob, Kohelet, den Werth der Gottesfurcht anpreisen und sie als Anfang aller Weisheit und Erkenntniss hinstellen; gegenw.ärtiger Brief würde dann, zu einer ״dogmengeschichtlichen Abhandlung66 anschwellen, die ich mir vielleicht für eine andere Gelegenheit Vorbehalte. Heute genüge, es, die Bedeutung her- ^orzuheben, welche die Bildner des Judenthums in der talimidischen Epoche der ״Gottesfurcht64 in dem eben dargestellten Sinne beilegten, und wie sie solche namentlich als־ Basis des Religiösen Unterrichts auffassten. So grossen Werth auch die Kenntnis s des Religionsgesetzes hat, weil diese erst Klarheit gibt und selbst die frömmste Hand- Lung nur durch klares Bewusstsein das wird, was sie sein soll, darum ״keine Frömmigkeit ohne religiöses Wissen66 (א□ ארן הכפלה אי( יראך.) , so ist doch alles religiöse Forschen und Wis- 3en eitel und gehaltlos ohne — Gottesfurcht (אם אי[ יראה ■ארן חככלר)• Dies lehrt bereits ein Spruch des R. Elles er Sohn Asa- [*ia’s. (Abot III, 17), — ״Wer blos dem Studium der Religionslehre obliegt, ohne Gottesfurcht zu besitzen, gleicht einem Yerwalter, dem man zwar die Schlüssel der inneren, aber nicht der ausseren Gemächer zugestellt hat, wodurch es ihm ja erst möglieh werden kann, in das Innere zu gelangen.66 Von einem 801chen Menschen rief R. Janai aus: Wehe dem, der keine Wohmmg hat (d. h. keine Gottesfurcht) und doch die Thüre zu einer Wohnung sich machen lässt (d. h. die Religions quellen kennen lernen will, Sabbat 31b). Noch heisst es daselbst:. ״Gott achtet in dieser Welt nur wahre Gottesfurcht,66 und an einer anderen 26' 1