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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 344

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 344 (sequence 20)
Language
German
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344 ‘ Commentar des Sal. Parchon zu Jesaia. Stelle (Joma 72b) : ״Wehe den Schülern der Gelehrten, die mit der göttlichen Lehre sich beschäftigen und keine innere Gottesfurcht besitzen; von ihnen wird Spr. Sal. 17, 16 gesagt: ״״wozu ist der Preis in der Hand des Thoren? Weisheit zu kaufen — ohne Herz l" " Wie der Satz schon im Allgemeinen galt, ״dass Gelehrsamkeit nur dann Bestand habe, wenn Furcht vor Sünde vorangeht (Abot III, 9)," so wird von dem für den Religionsunterricht höchst begeisterten R. Simon Sohn Lakisch die Anwendung hiervon auch auf die speciellen Lehrgegenstände gemacht. ״So verdienstvoll es auch sei (heisst es Sabbat a. a. O.), in die einzeinen Theile der Mischnasammlung einzudringen und sie in sich aufzunehmen, so gibt diese Kenntniss doch dem Menschen keinen höheren Werth, wenn nicht (mit Hinweisung auf des. 33, 6) ״״Gottesfurcht sein Vorrath ist."" — Ein anderer Förderer des Schulunterrichts (Raba) äussert: ״Beim himmlischen Gerichte wird der Mensch unter Anderem befragt, ob er an bestimmten Stunden mit dem Forschen in der göttlichen Lehre sich beschäftigt, ob er mit Scharfsinn darüber disputirt habe, ob er in den Sinn der einzelnen Bestimmungen tief eingedrungen sei u. 8. w.; selbst aber, wenn alle diese Fragen zufriedenstellend beantwortet werden, erlangt er die Palme nicht, wenn nicht Gottesfurcht sein Vorrath war, d. h. ihn beseelte" (Sab. a. a. 0.)." (Fortsetzung folgt.) Commentar des Salomon Parchon zu Jesaia. Die Bibliothek des jüd.-theol. Seminars zu Breslau besitzt unter den Manuscripten der von ihr erworbenen Saraval’schen Bibliothek ein Mannscript (Nro. XXXIII), das einen bis jetzt noch nicht edirten Commentar zu den meisten nichtpentateuchisehen Schriften enthält. Der Name des Verfassers ist nicht genannt, und selbst die Nachschrift des Abschreibers gibt nicht über ihn Auskunft. Professor 8. D. Luzzato berichtet in einem Nachworte zu dem von 8. Stern im Jahre 1842 edirten Lexicon des im 12. Jahrhundert lebenden Salomon Parchon, ״es sei ihm Vorjahren ein Manus cript zu Händen gekommen, das einen

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