Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 337

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 337 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829276-2829286-2858932--07088-2858994
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Dr. Bernhard Beer. 337 umhin, der Ansicht eines geachteten Geschichtschreibers entgegenzutreten, welcher das Auftreten Men de Iss ohn’s und W e sely’s als ״aritirabbinisch44 bezeichnet. 'Will man diese Benenmmg blos in dem Sinne gelten lassen, dass in Folge des liter'arischen Auftretens jener Männer die Stadie des Verfalls, worein der Babbinismus versunken war, ihrem Ende zugeführt wurde, so ist allenfalls nichts dagegen einzuwenden. Wenn aber u. A. gesagt wird, ״dass Mendelssohn seine Thatigk eit dahin riehtete, der Religion der Juden eine andere Grundlage zu geben u, 8. w44״ ferner ״sie zu vergeistigen, zu erheben und mit ihr seine Glaubensgenossen aus der Finsterniss herauszureissen und viele Vorurtheile zu verscheuchen,46 weshalb M. ״als Urheber des Gegensatzes zum Babbinismus zu betrachten sei“ (Jost,. Geschichte d. Isr. Thl. 9, 8. 65), so muss ich dagegen anführen, dass Letzteres (Vergeistigung der Religion und Beseitigung vieler Vorurtheile u. 8. w.) nicht antirabbinisch zu nennen ist, sondern dies vielmehr auch das Streben aller in das Judenthum wirklich tief eingedrungener rabbinischer Sommitäten jeder Periode war, von Hille 1 (der allgemeine Menschenliebe für die Hauptreligionspflicht erklärte) bis auf Jakob Emden (der auch manche Moralsätze der christlichen Religionsurkunden emporhebt)! Was aber Er st er es betrifft, so lag es durchaus nicht im Sinne Mendelssohn’s, der jüdischen Religion eine andere Grundlage gehen zu wollen; er strebte vielmehr dahin, zu zeigen, dass ihre alte Grundlage allein diejenige sei, welche ihr zukomme. Dies hat er nicht nur in seinem Werke Jerusalem auseinandergesetzt, sondern noch deutlicher und zweifelloser in einem Privats ehr eiben an Herz Homberg vom 22. Sept. 1783 (M. ges. Schriften, Leipzig 1844, Bd. 5, 8. 669). Er spricht darin von der Nothwendigkeit religiöser Vereinigungen für alle Zeiten und fügt dann hinzu: ״Und worin soll diese Verbindung bestehen? In Grundsätzen und Meinungen? Da haben, wir Glaubensartikel, Symbole, Formeln, die Vernunft in Fesseln. Also Handlungen, und zwar bedeutende Handlungen, d. i. Cerexnonien. Unsere Bemühung sollte eigentlich nur dahin gehen, den eingerissenen Missbrauch abzuschaffen, und den Ceremonien echte, gediegene Bedeutung unterzulegen u. 8. w." — Söll dies etwa eine andere Grundlage als die alte sein? Vergessen wir aber nicht, dass Moses Naehmanides und so viele fromme

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.