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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 9 · p. Seite 336

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 9
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 336 (sequence 12)
Language
German
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336 Dr. Bernhard Beer. Chajim Bl. 91). — Wenn in neuester Zeit versucht worden ist, kantische, liegelianische oder andere philosophische Ideen, die nicht etwa schon im Judenthume wurzeln, in dasselbe hineinzutragen, so ereilt sie gleiches Schicksal, wie ich in der Folge zu zeigen noch Gelegenheit haben werde. Anders ist aber der Fall mit der systematischen Auffassung und Erforschung dessen, was wirklich zum Judenthum gehört und in seinen Schriften niedergelegt ist. Wie das gegebene Material zu beurtheilen sei, Wichtiges von. Unwichtigerem, Aelteres von Neuerem, Eigenthümliehes von Fremdartigern, Wesentliches von Zufälligem zu sichten und zu unterscheiden, jedem Zeitalter in richtiger Würdigung das 8 einig 6 zu zuweisen, Beweggründe und Veranlassungen so mancher Ausspräche und Thatsachen aufzusuchen und zu erörtern, um einen festen Standpunkt zu gewinnen, von wo aus die Herrlichkeit der alten Gottesreligion, wie sie in den uns erhaltenen Schriften sich reflectirt, in ihrem wahren Lichte erschauet werden könne, ohne davon geblendet und ohne davon abwendig zu werden (Gefahren, welche oberflächliche oder verworrene Kenntniss allerdings leicht herbeiführen): nach diesem Ziele war fortan zu streben! Um aber zur Lösung dieser Aufgabe zu gelangen, um eine bewusste und systematische Forschung in'8 Leben zu rufen, musste die Bahn geebnet, musste die entsprechende Form und Methode erst gefunden werden, wie ich oben andeutete. — Diesen Beruf nun hatte die sogenannte Mendelss ohn-Wessely’sehe Schule zu erfüllen. Ihre Mission war, die vorziiglicheren Schätze der alten jüdischen Literatur für den grösseren Th eil unserer Glaubensgenossen wieder zu erschliessen, sie auch der Jugend zugänglicher zu machen, das Auge der Hochstehen־ den und Gebildeten anderer Kreise darauf zu lenken, die Gelehrten im eigenen Schoosse allmälig zu geregeltem Studium, zu logischer Ordnung und zu wissenschaftlichem Bewusstsein hinzuleiten. — Was Mendelssohn, seine Freunde und Schüler überhaupt für Cultür und Wissenschaft und insbesondere für Hebung der Juden und des Judenthums geleistet haben, ist Ihnen bekannt und gehört nicht in den Bereich unserer jetzigen Gorrespondenz; hier gilt es nur, ihre jüdisch-literarische Wirksamke.it zu besprechen. — In dieser Beziehung kann ich ab er nicht

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