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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 8 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 8
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 307 (sequence 23)
Language
German
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Dr. Bernhard Beer. 307 keine Wissenschaft, in der nicht die Juden die würdigsten Repräsentanten hätten.“ — Noch schärfer trat der Abgeordnete To dt gegen die ״Nachundnachleute,“ wie er sie ironisch nannte, hervor, und erklärte, er sei für die vollständige Emäncipation. Dieselbe Erklärung hatten auch die Abgeordneten Brock haus und v. Watzdorf abgegeben. Letzterer erklärte, er würde es als Zeichen eines erfreulichen Fortschrittes betrachten, einen Israeliten als Collegen in dieser Versammlung begrüssen zu können. Einen tiefen Eindruck machte die Rede des Abgeordneten von Thiel au. ״Die jetzige Debatte hat mir gezeigt, wie viele Gründe sich aufstellen lassen, um etwas zu verweigern, das man nicht bewilligen will. Sie kommen alle darauf hinaus, dass man Jemandem, der zu einem kommt und spricht: Ich bin durstig, gib mir zu trinken, antwortet: Mein Freund, wie gern, aber du bist warm und könntest dir Schaden thun; oder es kommt ein Hungriger und bittet um Brot, und man sagt ihm: Mein Freund, wie gern, aber du möchtest dir, wenn du jetzt ässest, den Magen verderben. Gründe lassen sich freilich immer auffinden, aber von allen der einzige Grund, welcher etwas für sich hat, ist der, dass Dresden und Leipzig die einzigen Städte sind, welche Juden in ihren Mauern beherbergen. Alle anderen Gründe haben für mich gar keinen Werth. . . Man sagt, die Juden hätten auf gesetzwidrigern Wege das zu erlangen gesucht, was ihnen untersagt ist. Thun das die Christen nicht auch? Ich möchte fragen, ob das so selten ist, dass christliche Handwerker oder Handelsleute etwas zu erlangen suchen, was ihnen nach dem Gesetze nicht zustehet. Ich frage aber, ist das ein Wunder, dass der Jude das zu erlangen strebt, wovon seine Existenz einzig und allein abhängt? Dass er lebe und sich ernähre, darum handelt es sich, das ist die Lebensfrage. Man sagt, inan müsse auf Ansichten und Vorurtheile des Volkes Rücksicht nehmen. Ja, das thue man, aber nur dann, wenn diese Ansichten begründet sind. Vorurtheile, die im Volke wurzeln, also Ansichten, die nicht richtig sind — und solche nennt man Vorurtheile —־ muss man auszurotten suchen ... Es gehet hier, wie bei

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