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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 8 · p. Seite 304

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 8
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 304 (sequence 20)
Language
German
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D1\ Bernhard Beer. 304 Den Namen dieses Abgeordneten zu nennen verbietet das Andenken an die Milde und Schonung Desjenigen, dem diese Blätter gewidmet sind. Auch ist die Zeit über die von ihm und ihm ähnlichen Männern beabsichtigte fernere Ausstossung der Juden zur Tagesordnung übergegangen; mögen sie, sofern sie noch unter den Lebenden wandeln, die Rechnung über ihre Gesinnungen und Worte mit sich abmachen**). Freuen wir uns, Aeusserungen anderer, jeder Kammer zur Zierde gereichender Männer, wenn auch nur gedrängt, wiedergeben zu können. Dr. v. Mayer hatte diese Petition zu der seinigen gemacht und kämpfte wie früher lebhaft für die Rechte der Juden. ״Ich habe vor zehn Jahren,cc sprach er, ״an dem ersten constitutionellen Landtage die Judenemancipation zum ersten Male als Referent in der Kammer zur Sprache gebracht und vertheidigt, ich habe an dem zweiten Landtage bei Berathung des Gesetzes von 1838 Gelegenheit gehabt, mich nochmals darüber auszusprechen, und am gegenwärtigen Landtage habe ich die vorliegende Petition eingebracht und bevorwortet. Ich darf also hoffen, dass meine Gesinnungen in dieser Beziehung bekannt sind, und kann hinzusetzen, dass sie sich seit 1833 bis heute nicht geändert haben. Ich habe namentlich seit der Zeit, wo das Gesetz von 1833 berathen wurde, Manches und Vielerlei gelesen, das über die Emancipation der Juden und über ihren Zustaixd in anderen Ländern, sowohl in praktischer wie, histerischer und philosophischer Beziehung geschrieben worden ist; aber ich bin dadurch in der That zu keiner anderen Deberzeugung gekommen, als zu der, welche ich am ersten Landtage ausgesprochen, nämlich dass die Frage über Emancipation der Juden eine Frage der Humanität, des Fortschrittes der Civilisation und der allgemeineren politisch-bürgerlichen Freiheit ist. Wenn dagegen diese Frage noch immer auf Kampf und Widerstand stösst und zu keiner befriedigenden Lösung gelangen kann, so ist ' *)־ Eine scharfe Beleuchtung der Reden dieser Abgeordneten brachte die Broschüre: Die Petition des Vorstandes der israelitischen Gemeinde zu Dresden und ihr Schicksal in der zweiten Kammer. Von Dr. M. Landau (gegenwärtig Oberrabbiner zu Dresden). ׳

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