Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 17)
- Language
- German
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Dr. Bernhard Beer. 301 des Sabbat statt. Anwesend waren sämmtliche Staatsminister, die Mitglieder beider damals zu Dresden tagenden Kammern, die Hofchargen, die fremden Gesandten, die Generalität, die Präsidenten der verschiedenen Rathscollegien, die höhere Geistlichkeit, Deputationen des Magistrats u. s. w. Die Gemeinde sah sich bei dieser Feierlichkeit fast noch mehr als bei der Feier der Grundsteinlegung geehrt־‘5־). — Es gab sich allenthalben die freudigste Aufregung kund: nur ein Mann stand, still in seinen Gefühlen versunken: Beer. Er hatte keine Worte, ihn überwogten die mannigfachsten Erinnerungen: er hatte seit frühester Zeit gekämpft, seine beste Kraft an die Hebung der Gemeinde gesetzt, und sah sich nun an einem, seine kühnsten Wünsche überragenden Ziele: ״Einst und Jetzt“ waren die wenigen Worte, die er mir zurief. Es trat nun eine Zeit der Stille ein; nach aussen konnte, da der Landtag zu Ende ging, nicht gewirkt werden. Die Gemeinde hatte nun zwei zwar lautlose, doch nicht minder beredte Fürsprecher gefunden , ־ die die Bevölkerung zur Achtung vor dieser kLeinen Gesammtheit aufforderten und ihr Achtung abzwangen: das Gotteshaus und die Schule. Und sprach die Schule nur zu dem kleinen Kreise Gebildeter, so machte die Synagoge durch ihre innere Weihe einen imponirenden Eindruck und man begegnete häutig daselbst Betern aller Confessionen, die sich durch die Heiligkeit des Hauses und den würdevollen Ritus zur Andacht angeregt fühlten. — Auch auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft hatten sich mehrere Juden Dresdens bemerkbar gemacht־*) **). Beer sah auch hier den Lohn seiner Bestrebungen, da manche dieser Männer durch ihn *) Hervorzuheben ist eine Ankündigung des Hoftheaters, das Schauspiel werde diesen Abend erst nach Beendigung der Feier der Einweihung der Synagoge beginnen. **) Die Gemeinde sah sich geehrt in einer, auf dem Gebiete der Wissenschaft einem ihrer jüngeren Mitglieder von höchstgesfeellter Seite gewordenen Anerkennung. Der junge Dr. medicinae B. Hirschei, der gegenwärtig zu den namhaften Aerzten Dresdens zählt und auf wissensch'aftlichem Gebiete in weiten Kreisen bekannt ist, las im Flaturaliencabinet des Zwingers (eines Ortes, den dreissig Jahre vorher Frankel, Monatsschrift. XI. 8. 23