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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 8 · p. Seite 292

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 8
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 292 (sequence 8)
Language
German
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;292 DrY Bernhard Beer. lichkeit des Eides erhöhet werde. Hiergegen erhob sich der Abgeordnete T 0 d t: ״Man mag sich abmühen, soviel man will, um zu beweisen, dass die Bestimmung der Zuziehung, zweier Zeugen nur wegen der Erhöhung der Feierlichkeit bei den Eidesleistungen der Juden getroffen sei, so kann ich mich doch nicht davon überzeugen, sondem glaube, dass im Hintergründe ein gewisses Misstrauen liegt, welches man gegen die Wahrhaftigkeit der jüdischen Eide hegt. Eben deshalb habe ich mich auch der Minorität angeschlossen, welche für den Wegfall dieser Be- Stimmung sich ausgesprochen hat. Es ist von mehreren Sprechern, welche als Vertheidiger der Majorität aufgetreten sind, ausgesprochen worden, man müsse die Volksmeiuung schonen, welche einmal in den zwei Zeugen bei der Eidesleistung der Juden eine Garantie findet. Ich glaube aber kaum, dass um dieser Schonung willen eine derartige Bestimmung in das Gesetz aufzunehmen sein möchte. Ich bin vielmehr der Ansicht, dass der Gesetzgeh er die Pflicht hat, der Volksmeinung, wenn sie eine schädliche ist, soviel wie möglich entgegenzutreten. Ohnehin wird es auch, wenn diese Volksmeinung durch das Gesetz unterstützt wird, der Fortschritt der Bildung und Aufklärung immer mehr verlangen, dass man den hier aufgestellten Unterschied aufhebe. Bringen wir aber eine Bestimmung wie die vorliegende in das Gesetz, so wird die Volksmeinuug verhindert, nach und nach auszusterben; sie wird in Schutz genommen und am Leben erhalten. Man hat ferner ein grosses Gewicht darauf gelegt, dass nach der Erfahrung, die man gemacht haben will, die Anwesenheit zweier Zeugen viel beigetragen habe, Vergleiche zu schliessen oder Israeliten von der Eidesleistung abzuhalten. Nun aber glaube ich, wenn man auf der anderen Seite namentlich auch darauf einiges Gewicht legt, was die Vertheidiger des Majoritätsgutachtens zugleich mit angeführt haben, dass nämlich die Israeliten sehr schwer an eine Eidesleistung überhaupt gehen, so bedarf es einer solchen Abhaltung gar nicht so dringend. Entschliesst sich wirklich nach diesen Erfahrungen, auf die ich in der That etwas gebe, weil sie von zwei Sprechern

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