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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 271

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
Eine neue Erklärung des dritten der zehn Gebote
Date
1862-01-01
Page
Seite 271 (sequence 6)
Language
German
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des dritten der zehn Gebote. 271 Blutschande oder, sonstigem unzüchtigen, an den schändlichen heidnischen Götzendienst annähernden Umgänge, wie auch die Enthaltung von verbotenen Speisen (das. 10—26; cap. 11, 43. 44; 5. Mos. 14, 2. 21), wodurch gerade Israel sich von den andern Völkern unterscheiden und absondern soll, und so noch in vielen andern Stellen und Fällen״, überall weist das 80 לקדושbald es auf Menschen und menschliche Verhältnisse sich bezieht, auf ein sich Enthalten vom Irdischen und Verwerflichen hin, und es ist deshalb der Vergleich und die Mahnung wohl an rechter Stelle: ״seiet heilig; denn ich, der Ewige, euer Gott, bin heilig!Ä< 1). Dieses vorausgeschickt, — wird in der oben angeführten Stelle 3. Mos. 19, 2 unter ״Heilig sein“ verstanden: frei sein von menschlich-niedrigem Streben und Begehren, und sehen wir diesen Satz im Zusammenhang mit dem nächststehenden Verse, so scheint er sehr natürlich die 5 letzten der zehn Gebote in das Eine Wort: Heilig zu sein, zusammenzufassen; und nun folgen die 5 ersten Gebote in umgekehrter, aufsteigender Linie; und weil in umgekehrter Ordnung, darum zuerst: Mutter und dann Vater (5. Gebot; dabei mag die Deutung des Talmuds, Kidduscliin 31a, für sich stehen bleiben), hierauf Sabbatfeier (4. Gebot)* 2). Nun kommt als drittes Gebot: אל הפנל אל האלילים: Wendet euch nicht zu den Götzen (von einem Schwören oder Verbote des Schwörens bei den Götzen — ist hier keine Spur), das will also heissen: Fal•־ sehen Mächten (denn das sind die לאליל אלילים nichtiger Götze, weit weniger als אל אחר) sich nicht zuwenden, und demnach völlig parallel mit לא תשא את שם אלהיך לשוא; nun das 2t.e Gebot: Gegossene Götter sollt ihr nicht machen; endlich erstes Gebot: Ich bin der Ewige, euer Gott3). — Zugleich stellt sich in den drei genannten Versen eine dreifache Gruppirung 0 Eigentümlich wird aus der Wurzel קדש die Form קדיש und ק לשה den (clem Götzendienste und der Schande — wohl dem Phallusdienste —) Geweilieten beigelegt; 5. Mos.23,18; Hosea 4, 14. 2) In dem mir eben zugekommenen Aprilhefte (S. 146) finde icli zu meiner Freude, dass auch Herr Dr. Kämpf Aehnlich.es findet. 3) Auch R. Lewi (in Wajikra rabba cap. 24, fol. 193a) findet in 3. Mos. 19 die 10 Gebote zusammengestellt, aber er sucht sie in den Versen 2—18 zerstreut zusammen.

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