Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 21)
- Language
- German
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265 Dr. Bernhard Beer. lieh, würden Staatsregierurig und Abgeordnete eine Ahnung von der sich in diesen, der Unwürdigkeit und der niedem Sittlichkeit Verdächtigten kund gebenden höheren Begeisterung gehabt haben, sie würden zur Erkenntniss ihres Unrechts gelangt sein und Menschen, die, obschon durch harten Druck in allen Lebensverhältnissen beengt und niedergehalten, von solcher Opferfähigkeit belebt waren, nicht zu den Verworfenen gezählthaben.—Der unausgesetztenThätigkeit des Vorstandes, zu dessen Mitglied Beer an die Stelle des dahin geschieden en Vaters durch das' Vertrauen der 6 cm ein de berufen worden war, .und eines hierzu ernannten Ausschusses, dem Beer ebenfalls vor seinem Dindritte in den Vorstand angehörte, gelang es, den Beginn des Unternehmens zu beschleunigen, und so wurde am 21. Juni 1838 der Grundstein der neuen Synagoge gelegt. Dieses war der erste grosse Tag, der den Juden Sachsens anbrach, an ihm ging ihnen die religiöse Freiheit auf! Und es schien, dass das erhebende Gefühl, es sei dieser Tag der Sieg der durch Humanität und von Vorurtheilen ungetrübten Auffassung zu ihrem Rechte gelangten Religionsfreiheit, allgemein getheilt werde. Die Feier wurde gehoben durch die Gegenwart säimntlicher zurZeit in Dresden anwesenden Minister, der Räthe des Cultusministeriums, der geistlichen Mitglieder des evangelischen Landes-Consistoriums und .fast sämmtlicher evang.-luth. Geistliehen Dresdens, der reformirten Geistlichen, einer Deputation des katholischen Consistoriums, Deputationen aller Verwaltungsbehörden, einer Anzahl höherer Staatsbeamten aus fast allen Verwaltungs-Departements, Mitglieder beider Kammern, Gelehrter, Künstler u. 8. w., die sich sämmtlich an der Spitze der Gemeinde in einem unabsehbaren Zuge von dem in der Nähe gelegenen und hierzu mit zuvorkommender Bereitwilligkeit überlassenen Gonferenzsaale der medicinisch-chirurgischen Academie, nach der Stelle der Grundsteinlegung bewegten*). Die Gemein de, hochgeehrt durch diese Theilnahme, fühlte sich *) Eine Beschreibung dieser Feierlichkeit gab Beer, Allg. Zeit, des Judenth. 1838. Nr. 101.