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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 258 (sequence 14)
Language
German
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258 I)r. Bernhard Beer. tes, ein von uns unterdrückt gehaltenes Volk, und ganz natürlich daher, wenn sie uns mehr hassen als lieben. Meine Herren, greifen wir doch in unseren Busen und bedenken, wenn unsere Kirche die ecelesia pressa wäre und wir das unterdrückte Volk, wie würden wir uns verhalten? Soviel mir bekannt ist, hat die Regierung nur Vorlagen von Juden, die günstig lauten. Ich habe nicht gehört, dass die Juden in neuester Zeit als Diebe oder sonstige Verbrecher in Untersuchung gerathen wären. Auf den Schacher- und Trödelhandel sind sie gewiesen, weil die Gesetze ihnen nicht erlaubten, andere Gewerbe zu treiben, und gewiss werden sie auch nützlichere Staatsbürger als bisher werden, wenn wir ihnen zeigen, dass es uns Ernst um ihre Verbesserung ist, wenn wir ihnen Gelegenheit geben, redlich ihr Brod zu verdienen.“ Der Einsiedel’sehe Antrag wurde verworfen; doch wurden so viele Beschränkungen angenommen, dass Prinz Jobann endlich ausrief: ״Ich fürchte, dass wenn wir so fortfahren, es so weit kommen wird, dass die Juden sich für dieses Gesetz bedanken; denn ich sehe nicht ein, wohin das.noch führen soll. Mit aller Achtung für die öffentliche Meinung muss ich mich doch für die Juden verwenden. Ich glaube, wir sind es deii Juden als Menschen, wir sind es ihnen als Mitbürger schuldig.“ Ferner Herr v. P o s ern: ״Dieses Beschneidungssystem gehet denn doch zu weit! Wahrlich, es wird dieses ein Gesetz, das auch der ärgste Judenfeind unbedenklich annehmen kann!“ — Und doch wurde in diesem Beschneidungssystem fortgefahren! Wir gelangen nun zu einem Punkt, der ein sonderbares Licht auf die Antecedenzien eines hervorragenden Führers der Fortschrittspartei des jetzigen preussi• sehen Abgeordnetenhauses wirft. Die Minorität der Deputation hatte, wie früher bemerkt, die Ausschliessung der Juden vom Erwerbe des Grundeigenthums beantragt. Herr v. Carlowitz*) trat für diesen Antrag mit folgen- *) Herr v. Carlowitz gehörte früher Sachsen an und wandelte, durch politische Verhältnisse bewogen, zu Beginn des vor. Jahrzehnts nach Preussen aus.

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