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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 255

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 255 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Dr. Bernhard Beer. 255 Vergangenheit vorgeführt werden, so werde versucht, das Grelle in ihm zu mildern und nur in einigen hingewerfenen Zügen einen Reflex jener Verhandlungen zu geben, in die zur Ehre der Menschheit die Worte maneher gegen die unlauteren Wogen muthig kämpfender Männer einen erquickenden Lichtstrahl werfen. Ueberraschend war schon der Bericht der Deputation der ersten Kammer*), der sich mit der Staatsregierung darin einverstanden erklärte, dass nur mit der grössten Vorsicht vorzuschreiten sei, da an dem Grundsätze festzuhalten, die Emancipation müsse mit dem allmäligeri Fortschreiten der sittlichen Cultur der Juden gleichen Schritt halten. (Das alte Lied!) Die Deputation hielt aber die Begünstigungen des Gesetzentwurfes für zu weit gehend (!), und wollte die Juden ausgeschlossen wissen vom Buchhandel, von der Branntweinbrennerei, von der Advocatur, vom Notariat; die Minorität der Deputation wollte ferner, dass sie auch vom Erwerbe des Grundeigenthums ausgeschlossen bleiben. Bei der Debatte selbst erhoben sich nur wenige Stimmen gegen diese von der Deputation vorgeschlagenen Beschränkungen, man wollte vielmehr noch neue hinzugefügt wissen. Und da sprach jeder Antragsteiler, uneingedenk der Wesen und Inhalt der constitutionellen Landesvertretung bildenden Grundbedingung, den höheren Standpunkt der auf das Allgemeine gerich-. toten Berathung einzunehmen, je nach den Parteiinteressen des ihm nahe liegenden Kreises. Der Bürgermeister einer vom Viehhandel sich nährenden Stadt wollte, dass die Juden vom Viehhandel, ein anderer Bürgermeister, dass sie vom Weinhandel, dem Betriebe des Brau-, Bäkleer- und Fleischerhandwerks ausgeschlossen bleiben, der ehemalige Consulent der Leipziger Buchhändler verwendete sich lebhaft für die Ausschliessung vom Buchhandel. Vergebens widersetzte sich der Oberhofprediger Dr. von Ammon dieser schon im Deputationsberichte vorgeschlagenen Beschränkung. Wir lassen Mer seine Worte fol- O Bericht und Verhandlungen vgl. Verhandlungen des Landtages 1837, 8. 2021-2037. 2053—2080. 2095—2116. 2133—2143.

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