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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 7 · p. Seite 253

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 7
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 253 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Dr, Bernhard Beer. 253 die Krone durch die ihnen beigegebenen Motive aufgesetzt, die den Juden der allgemeinen Verachtung und dem Hohne preisgaben. Wir heben ausser dem Eingangsmotive hoch das Motiv zum Verbote des Haltens von Apotheken hervor. ״Der den Juden inwohnende, zur Zeit wenigstens bei einer grossen Anzahl derselben von dem Verdachte einer nicht zu ängstlichen Wahl der Mittel zum Gewinn nicht freie Speculationsgeist macht es bedenklich, das Halten von Apotheken ihnen zu überlassen, wo Verfälschung oder auch nur schlechte Qualität der zu führenden Arzneimittel einerseits den Reiz eines leichten Gewinnes darbieten würde, andererseits aber die .nachtheiligsten Folgen für Gesundheit und Leben der Einwohner haben müsste.“ Diese Auslassung griff tief schneidend in das unveräusserliche Heiligthum des besseren Menschen, das jede einsichtige Regierung in jedem ihrer Unterthanen zu wahren und zu heben sucht, in das Ehrgefühl, ein. Quälet, tretet den Juden aus Rücksichten der Religions- und Stammesverschiedenheit; was gibt das Recht ihn zu brandmarken? — In einer später von mir verfassten, dem Ministerium des Innern vom jüdischen Vorstande überreichten Eingabe wurde ohne Rückhalt die tiefste Entrüstung über jene Motivirung ausgesprochen. ״Die Staatsregierung Sachsens beanstandete nicht, ihre jüdischen Unterthanen vor den Augen der gebildeten Welt als Meuch61mOrder hinzustellen.“ Der Minister von Nostitz und Jänkendorf verwies in einer Zuschrift dem Vorstand diese Aeusserung; ich begab mich zum Minister, kündigte mich als den Verfasser der Eingabe an und fragte offen, ״worin, sollte diese Ansicht der Regierung gegründet sein, der Unterschied zwischen dem gedungenen Meuchelmörder und dem Juden zu finden? Auch der Meuchelmörder mordet nicht aus Lust am Morde, sondern aus dem ihm aus dem Morde hervorgehenden Gewinn!“ Das Schweigen des Ministers war ein sprechender Zeuge, dass die gehässige Insinuation nicht von ihm dictirt worden sei. Dass diese Regierungsvorlage in ihrem die Verhältnisse der Juden verbessernden Theil die unbedingte Ge-

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