Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 6
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 4)
- Language
- German
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231 Recensionen und Anzeigen. im More überhaupt gar nicht vertreten ist. Wenn ferner Cousin'8 Gegner in dieser Frage, Saisset, einräumen zu müssen glaubt, dass Spinoza, wenn auch nicht als Philosoph doch als Exeget von Maimonides abhängt, so hat auch dieses Zugeständniss keine sachliche Unterlage. Es gibt wohl kaum eine grössere principielle Differenz, als die Differenz der exegetischen Principien Maimonides' und Spinoza’s. Und das hat Niemand besser gewusst als Spinoza selbst. Während er daher Ibn-Esra, Rasch! und selbst Gersonides ehrenvoll als Exegeten erwähnt, ist er stets bemüht, die Exegese Maimonides’ bloszustellen. (Vgl. die bekannte Stelle im traafc. theol. pol. cap. VII, 8. 271, ed. Paul). Im Einzelnen müssen wir als Ungenauigkeiten folgende hervorheben. Wir finden die Behauptung des Herausgebers (S. 5), dass Maimonides seine Theorie von der Providenz und seinen Optimismus (d. h. seine Lehre, dass die Uebel als blosse Privationen, nicht als von Gott geschaffen angesehen werden können) den Arabern entlehnt, nicht gerechtfertigt. Ebenso setzen seine diese Behauptung in Etwas modificirenden Worte (S. 16): ״Maimonide ne le (nämlich Gott) fait sortir de son rep08 que pour exercer sa providence sur les hommes dont il administre les biens et les maux avec justice et discernement; mais il a soin d’avertir que cette exception p e u 10 gique lui est inspiree par son desir de ne point choquer les livres saints," das Sachverhältniss in ein schiefes Licht. Denn wenn Maimonides auch gesteht, seine Lehre über die Providenz der Schrift zu verdanken, so hält er sie doch zugleich (vgl. namentlich More III, 18 zu Anfänge) auch für das philo80phisch Haltbarste und weiss sie in der That in einer Weise zu begründen, dass sie durchaus nur als eine philosophische Consequenz erscheint. Warum übrigens der Herausgeber die berühmten Scholiasten des Aristoteles, Alexander Aphrodisiensis und Themistius ״ses commentateurs les moins surs" nennt, weiss ich nicht. Ich sollte meinen, dass man ohne Alexander noch heute bisweilen in Aristoteles' Schriften rathlos wäre. Aus der zweiten Vorlesung heben wir folgende Punkte hervor: Herr Foueher de Careil weist, nachdem er das Interesse auseinandergesetzt, das Leibnitz an der Literatur, Sprache, Exegese, Geographie und namentlich an der Philosophie der . Ara-