Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über den Aberglauben in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 11)
- Language
- German
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:202 Ueber den Aberglauben in der arab.-jüd. Schule., standniss einschlägiger Schiüftsteller zu erlangen, sich mit Praktikern der schwarzen Kunst in mündlichen Verkehr gesetzt (S. ״Derascha“ p, 12). Auch Abravanel Ist Neuplatoniker und hat den Mysticisnms dieser Philosophenschule mit hinübergenommen. ■ Wir wollen hier schliesslich noch einen späteren Ausläufer der arabisch-jüdischen Culturepoche anführen. Der mit Recht bewunderte Portugiese Menasse ben Israel, der Mann des Wissens und der Mann der That, auf den man den Spruch des jüngeren Plinius anwenden könnte: Equidem beatos puto, quibus deorum munere datum est, aut facere scribenda aut scrib er e legen da; beatissimos vero, quibus utrumque — Menasse ben Israel, der in fünf Sprachen mit Gewandtheit schrieb, Philosoph, Dichter und Redner, hat dem Aberglauben in seinen verschiedenartigsten Auszweigungen, durch seine Schrift Nischmat Chajiin, ein unsterbliches Denkmal zu setzen versucht. In diesem Ruche, das sich die Aufgabe gestellt, die höchsten Probleme der Philosophie: Seele, Unsterblichkeit und Jenseits zu lösen; darin Aristoteles, Galenus, Alexander Aphrodisias bekämpft und viele Stellen des Talmuds mit der Philosophie in Einklang gebracht werden — in demselben Buche wird mit allen Waffen, die dem Verfasser eine grosse Belesenheit und natürlieh er Scharfsinn in die Hand geben, für den Glauben an die Seelenwanderung gekämpft. Selbst die Wanderung der Seelen in Thierkörper, in Pflanzen und Metalle wird behauptet. Gott mache es mit der Seele des Sünders, wie es einst die Archonten in Athen mit einem strafbar befundenen Weisen gemacht, den sie an einen Wahnsinnigen festketten Hessen, in dessen Ge- Seilschaft jener zur Verzweiflung kommen musste eben so gehe es der Seele, die an ein Stück Holz oder Stein gebunden wird, wie ein welkes Blatt im Winde , so wälze sie sich aus Verzweiflung von Ort zu Ort. — Ebenso wird der Glaube an Kobolde, an Dämonen und an zur Irrfahrt durch die Welt verdammte Geister, durch die verirdischen oder die menschlichen Seelen. — Run vergleiche man dazu folgende Stelle aus Kachmani’s ״Derascha“ p. 12: כבר פירש רבעו מאיר ז״ל בתשובה ואמר.. כי השכלים מהם שוכנים בשמים והם נקראים מלאכים, ויש מהם שומני האויר והם הנקראים שדים, ומהם שוכנים.בארץ והם נקראים רוחות. —