Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Über den Aberglauben in den arabisch-jüdischen Schulen
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 8)
- Language
- German
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in der arabisch-jüd. Schule. 199 Alle abergläubigen Meinungen und Gebräuche und überhaupt Alles, was im Widerspruche .mit der gesunden Vernunft steht’), wird von Maimonides dein im Mosaismus so strenge verpönten Götzendienste gleichgestellt, und nach seiner Eintheilung der mosaischen Gesetze, nach welcher sammtliche Ge- und Verbote in 14 Klassen zerfallen, nehmen die Verordnungen gegen den Aberglauben gleich die zweite Rangordnung ein. Die erste nämlich umfasst Alles, was zur richtigen Erkenntniss und Verehrung Gottes gehört, die zweite Alles, was dieser hindernd entgegentritt — der Glaube hat aber kein grösseres Hinderniss als eben den Aberglauben. Sein religionsphilosophisches, nicht nur von Glaubens genossen, sondern auch von Christen und Mohammedanern einst vielbewundertes Werk, ,,Der Führer der Verirrten/4 widmet dem Aberglauben ein höchst bedeutsames Kapitel (More III, 37), das selbst für den Leser der Neuzeit von nicht gewöhnlichem Interesse sein dürfte. Gründlicher und tiefeingehender Forscher, als welcher Mahn, überall sich bewährt, und gewohnt, alle Materien, die er behandelt, bis zu ihren primärsten Quellen zu verfolgen, ist er auch bei Bekämpfung des Aberglaubens diesem Wege treu geblieben. Das bis jetzt noch nicht ermittelte Buch ״Tamtam/4 ebenso wie das, durch die Bemühungen Quatremere’s, Herhelot'8 und Chwolson’s neuzeitlich in den Kreis der Forschungen gezogene, höchst umfassende Werk ״Agricultur der Nabatäer“ hat ihm da eine höchst interessante Ausbeute gewährt. — Die meisten abergläubischen Meinungen und Verrichtungen will er noch als Reste des älteren Götzendienstes erklären. So z. B. erkennt er in der zu seiner Zeit üblich gewesenen Unsitte der Hebammen, kleine Kinder in Windein gewickelt über Feuer, darauf übelriechendes Räucherwerk gelegt ward, hin und her zu bewegen, noch eine götzendienerische Reminiscenz, nämlich das Führen der Kinder durch Feuer, dem Moloch zu Ehren. Dem damals noch so allgemein verbreiteten Glauben an Damonen tritt er entschiedenst entgegen. Darum sucht er auch die ״bösen Geister44 des Talmuds überall in bildlichem Sinne ') More in, »7: דברים לא יגזרם ר־זיקש טבעי. Vgl. ft. 0. a. des Salomon Adratk M׳o. 413.