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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 5 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 5
Article
Über den Aberglauben in den arabisch-jüdischen Schulen
Date
1862-01-01
Page
Seite 197 (sequence 6)
Language
German
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in der arabisch-jüd, Schule. 197 der erste Begründer einer Naturwissenschaft, der Vater der Logik, der Naturgeschichte, der empirischen Psychologie und des Naturrechts, ebenso wie der Kritik und Geschichte der Philosophie —' ist der diametrale Gegensatz zu seinem Meister und Lehrer Plato. Hatte dieser alle Sinneserkenntniss für trüglieh erklärt, so beginnt für jenen alle Erkenntnis8 erst mit der Wahrnehmung der Sinne. Hatte Jener der Natur und ihren Erscheinungen nur einen ganz untergeordneten Rang angewiesen, indem er sie als blosse Abschattungen der Ideen erklärt, so wandte sich dieser mit aller Vorliebe der Natur und ihren Gesetzen zu. Plato hatte seinen Standpunkt in der Idee genommen, um von hier aus das Gegebene und Empirische zu beleuchten, Aristoteles im Gegentheil nimmt seinen Standpunkt immer im Gegebenen, um in ihm die Idee zu finden und aufzuzeigen. Selbst formell gibt sich der vollste Gegensatz kund. A11 die Stelle des platonischen Dialogs tritt da die trockenste Prosa, und die Mythe, sowie die poetische Einkleidung verwandelt sich in eine feste, nüchterne Kunstsprache, Aber immer ist es nur das Empirische, Thafcsächliche, was bei Aristoteles die Speculation sollicitirt und leitet. Ueber all ein nüchternes Ab wägen von Thatsachen, Erscheinungen, Umständen und Möglichkeiten. Dieser nüchternen, kalten Dialektik gegenüber konnten die Schwärmereien des Mysticismus keinen Stand halten• Ja, seihst als das peripatetische System zur Scholastik hinab sank, stand es noch immer dem Aberglauben wie ein mächtiger Damm entgegen. Und je nachdem sich unter den zwei aufgepflanzten Fahnen des Aristotelismus und des Platonismus die Anhänger schaarten, erklärten sich dieselben als Antagonisten oder als Partisanen des Aberglaubens. Während die letzteren alle Zweige der Theosophie und des Mysticismus: Sterndeuterei, Dämonologie, Nekromantie, Chiromantie u. dgl. cultivirten, traten jene all diesen Chimären entschieden entgegen. Werfen wir nun, nach diesen vorausgeschickten Bemerkiingen, einen Blick in die arabisch-jüdischen Schulen, so stellen sich auch da die beiden Gegensätze ganz deutlich dar. Denn auch hier treten uns die zwei philosophischen Richtungen entgegen: eine, die ״Aristoteles“ auf ihre Fahne schreibt und als deren vorzüglichster Repräsentant uns M ai m o ni d e s erscheint; die andere, die den theosophischen Philosophemen der Neupla-

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