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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 5 · p. Seite 196

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 5
Article
Über den Aberglauben in den arabisch-jüdischen Schulen
Date
1862-01-01
Page
Seite 196 (sequence 5)
Language
German
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196 Ueber den Aberglauben Daran reiht sich die platonische Dämonologie: Gott ist der höchste Dämon (ixsyiGvog Scd{1cov). Unter den sichtbaren Göttern sind die Gestirne die vornehmsten. Diesen am nächsten stehen die aus Aether gebildeten Thiere. Sie sind unsichtbar, haben grossen Verstand, sind aber von sinnlichem Schmerz und V-ergütigen nicht frei. Sie sind die Erhalter der Staaten, die Schutzgeister einzelner Menschen, die Mittler zwischen diesen und der obersten Gottheit (Symposion). Erwähnen wir hier noch den platonischen Mythus von dem Todtenreiehe, von den Wänderungen der Seelen durch verschiedene thierische und menschliehe Gestalten'und ihren schattenartigen Erscheinungen an den Gräbern — und wir können leicht bemessen, wie fruchtreich und weitverzweigt der Baum des Aberglaubens auf dem Boden eines solchen Systemes, das noch dazu den Namen Plato’s an sich trug, aufging! Am einflussreichsten jedoch und am nachhaltigsten hat an den philosophischen Aberglauben des Mittelalters der Neuplatonismus eingewirkt. Plotinus, der erste und bedeutendste Repräsentant desselben, ebenso wie dessen spätere Entwickler, Porphyrius, Jamblichus und Proclus — es ist ein gern ein schaftlicher Zug, der sie sämmtlich kennzeichnet: der Hang zur Schwärmerei, zur Theosophie und Theurgie. Nicht durch objectives Erkennen, nicht durch dialektische Vermittlung, sondern unmittelbar durch eine mystische Steigerung des Subjects, in der Form des unmittelbaren Schauen8, der Extase, gelange man zur höchsten Stufe der Wahrheit — war die Hauptlehre des Neuplatonismus. Durch jene Extase erhebe man sich zur Natur eines Dämons, ja identificire sich mit der Gottheit und könne sich die Geister, von denen Alles beseelt ist, unterwürfig machen, könne Todte erwecken, das Künftige Vorhersagen, Metalle verwandeln und Geister erscheinen lassen. Ja, es gab da eine sogenannte ^eovqyt%i] tk%vr\^ die Kunst, sich die Götter und Dämonen zu unterordnen, oder den Menschen zum Gott zu madien (Jamblich, de myster. 5, 23). Wie der Sturm, der die grauen Wolken, die die Sonne verschieiern, und die feuchten Nebel, die die Atmosphäre verpesten, auseinander treibt, so trat der Aristotelismus allen Schwärmereien und Träumereien, die aus der orientalischen und platonischen Philosophie her vor gegangen, entgegen. Aristoteles,

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