Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 11)
- Language
- German
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des jiid.-theol, Seminars zu Breslau, 171' dein Rabbiner concentrirt. Schon ein Gelehrter des 16. Jahrhunderts, "EL Men* aus Padua, begreift vornehmlich unter die Berufsthätigkeit des Rabbiners! Predigen, Unter-• richten, Begutachten des Ei’laubten und Verbotenen. Und in der That fällt der Schwerpunkt seiner "Wirksamkeit in die eigentliche Lehre des Judenthums, die er nach .dessen Principien zu vollziehen hat. Nach diesen Principien aber liegt auch hinsichtlich der Wirksamkeit des Rabbiners das Hauptgewicht in seiner Subjectivität: gerade, weil der Rabbiner des Judenthums nicht an einer mit übernatürlicher Kraft erfüllten Weihe einen Rückhalt findet, weil er überall nicht als Sendbote des Himmels auftritt, sondern nur in seinem inneren, in subjectiver Befähigung begründeten Berufe, die einzige Autorisation für die Lehre und die Ausübung religiöser Functionen findet, gerade darum soll er diese seine Subjectivität, um mit dem Propheten zu reden, ״zum Zeichen und zum Vorbild“ der Religion machen, deren Organ er ist, in seinem persönlichen Thun und Lassen die Wahrheit des Glaubens, welchem er dient, zur Erscheinung bringen. Daher soll der Rabbiner im Leben stehen: das Judenthum selbst stellt sich mitten in’s Leben, es flicht sich ein in seine tausendfältigen Beziehungen, es durchdringt seine verschlungenen Verhältnisse und will das Niedrigste erheben, veredeln, weihen. Eben darum aber zieht das Jadenthum den Rabbiner in’s Leben hinein: es will den Rabbiner in der Familie wissen und ihn dadurch mit dem Leben, mit der Gemeinde, als seiner grösseren Familie, innig verketten. Und diese enge Verbindung, welche das Judenthum zwischen Rabbiner Und Gemeinde knüpft, bädingt auch zwischen beiden eine entsprechende Form des geistigen Verkehrs. Es ist der Unterricht, der aus dem innigen Verhältniss des Rabbiners zur Gemeinde, aus ihrer Beziehung zu einander, wie die Beziehung des Lebrers zu seinen Schülern als die eigentliche Form des geh stigen Verkehrs sich ergibt. Allerdings tritt dieser Unterrieht zunächst im Grossen in dem Gewände des religiösen Vortrags auf, aber er blieb nie im Juclenthume darauf beschränkt. Auch in den Zeiten, da die DeraScha’s.