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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 5 · p. Seite 172

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 5
Article
Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
Date
1862-01-01
Page
Seite 172 (sequence 12)
Language
German
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172 Entlassung dreier zu Rabb. herangeb. Hörer und Predigten in den Gotteshäusern verstummten, — herrschte in den Lehrhäusem und in den Schulen ein frisches und allseitiges Lehen. Seitdem die Männer der grossen Synagoge, welche das - Gesetz, aus den Händen einer abgeschlossenen Gelehrtenkaste nehmen und zum Gemeingut der Nation machen wollten, recht aus dem Geiste des Judenthums die Mahnung ausgesprochen: Bildet viele Schüler aus! — seit׳ jener Zeit haben die Habbirten den Unterricht im Gottesworte, die Heranbildung der Jugend zu gesetzeskundigen Bekennern des Judenthums als ihr heiligstes Amt betrachtet, seit jener Zeit zieht sich der Unterricht einem Strome gleich durch das Judenthum, erfrischend, befruchtend, belebend, die Goldkörner des Glaubens und der Weisheit von Jahrhundert zu Jahrhundert führend, die Freude an der Lehre und die Liebe zur Forschung von Geschlechtern zu Geschlechtern tragend. Und dieser Ström war nur selten abgedämmt von den Kanälen, in denen •ausserhalb des Judenthums die Wogen des Geistes flutheten. Es gab allerdings eine Zeit —- und sie liegt unseren Tagen nicht allzufern — in denen die Rabbinen innerhalb der Grenzen des Judenthums mit ängstlicher Beklommenheit sich gefangen hielten und, ungleich ihren grossen Vorgängern in Frankreich und Spanien, von der Wissenschaft sich abschlossen. Die grausamen Verfolgungen und die Lieblosigkeit einer, Dank der göttlichen Gnade, verschollenen Zeit, welche die Juden in ihre Ghetto’s einschloss, kennten es entschuldigen, wenn man innerhalb des Judenthums die Wissenschaft, von Händen der Bedrücker dargereicht, als ein Danaergeschenk betrachtete und ihr, als einer Feindin des Glaubens, den Rücken kehrte. Aber nur von den .verkannten Juden konnte solche Verkennung geübt werden; der Geist des Judenthums hat mit ihr nichts gemein. Weit entfernt, das Licht der Wissenschaft zu scheuen, setzt es sich vielmehr demselben aus; denn es ist selbst eine Religion ,der Wissenschaft. Es will nicht bloss gläubig umfangen, sondern geistig erfasst werden, daher mahnt es zum Nachdenken, statt dasselbe zu fürchten, daher verlangt es die Forschung, statt sie zu verbie-

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