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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 5 · p. Seite 167

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 5
Article
Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
Date
1862-01-01
Page
Seite 167 (sequence 7)
Language
German
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■des jüd.-theol. Seminars zu Breslau. 167 tragen, über das Wesen des Berufes, dem wir unser Leben geweiht, d. h. ,,über die Stellung und Wirksamkeit des Rabbiners im Judeüthume“ mich vor Ihnen ausspreche. Wenngleich der Beruf des Rabbiners d. h. das Amt des mit ihrer religiösen Führung und Fortbildung von der Gemeinde eigends Betrauten keine mit dem Judenthume ursprünglich verwachsene Erscheinung, sondern , vielmehr eine erst im Verlaufe der Zeit hervorgetretene und in ihrer heutigen Form kaum drei Jahrhunderte bestehende ist: so ruht er doch als eine aus dem jüdischen Volksgeiste naturgemäss entwickelte Institution auf Prin cipien, die in dem innersten Wesen des Judenthums degründet sind. Demnach bedingt sich zunächst die 8 t61lang des Rabbiners durch den Grundsatz, dass im Juden thume der Schwerpunkt aller in zweifelhaften praktisehen Fragen entscheidenden Autorität nicht in einen jenseit der menschlichen Vernunft liegenden Bereich, sondem lediglich in die geistige Subjectivität des Menschen fällt. Das Judenthum knüpft nur in seiner Entstehung an eine übei* die Grenzen menschlicher Vernunft hinausgehende göttliche Offenbarung an; in seinem geschiehtlieben Dasein aber erscheint es als ein Fertiges, Abgeschlossenes und somit zugleich als Object des vernünftigen Denkens, als der freien Subjectivität überantwortet. Daher hat das jüdische Volksbewüsstsein aller ausserhalb der Subjectivität anknüpfenden und die Autonomie des Einzelnen nicht vermöge der Kraft des Geistes bestimmen den Autorität von jeher sich erwehrt: selbst die Prophetie, obgleich noch unmittelbar an die Wahl Gottes anknüpfend, hat den eigentlichen Schwerpunkt ihrer Autorität in der bevorzugten Subjectivität der Propheten. Vollends aber im Gebiete der eigentlichen Lehre konnte nur die in der freien Subjectivität, in dem forschenden Geiste wurzelnde Autorität im Bewusstsein des Volkes Anerkennung gewinnen. Von diesem Principe des Judenthums erscheint die Stellung des Rabbiners innerhalb desselben wesentlich bedingt. Der Rabbiner des Judenthums ist weder Priester, noch Geistlicher: seine Autorität wurzelt nicht in einem von Gott eingesetzten Amte, sondern in

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