Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 6)
- Language
- German
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166 Entlassung dreier zu Räbb.'herangeb.ö tlrer die gesegneten Erstlingsfrüchte seines Strebens. Mit akademischem Wissen geziert hat ihr Geist sich in das umfangreiche Gebiet der jüdischen Theologie vertieft. Sie haben durch in vergangener Woche öffentlich abgehaltene Vorträge, sowie in einem dreitägigen rigorosen Examen befriedigende Proben ihres theologischen Wissens abgelegt, auch durch in der Seminarsynagoge und an anderen Orten gehaltene Predigten ihre ,Befähigung zum Predigtamte bewährt. Sie wurden daher als reif zum Rabbinate erklärt. — So hat der Herr das Wirken des Seminars, das nun seinen ersten siebenjährigen Studiencyclus beendigt, gesegnet: möge der Segen des Herrn auch in Zukunft auf dieser Anstalt ruhen! Hierauf sprach Dr. Glidern ann: Hochansehnliche Versammlung! Wenn es als ein seltenes Glück betrachtet werden muss, dass ein Ereigniss, welches an sich nichts mehr als einen Wendepunkt in dem!Gang eines Einzellebens bedeutet, doch zugleich die Verwirklichung einer die Herzen Vieler erfüllenden Idee einschliesst: so können wir, an deren Abgang von dieser Anstalt sich die heutige Feier knüpft, dem Herrn nicht genug des Dankes für die Gunst zollen, dass der Augenblick, in welchem wir aus dem stillen Kreise vorbereitender Studien dem Gebiete öffentlieber Berufsthätigkeit uns nähern, zugleich als die Verwirklichung einer seit dem Anfänge dieses Jahrhunderts von den bevorzugtesten Geistern des Judenthums lebhaft empfundenen Idee, als die eigentliche Geburtsfeier dieser, jene Idee ausdrückenden Anstalt auftritt. Zugleich aber sind wir in dem erhebenden Gefühle des Zusammenbauges, welchen wir zwischen diesem bedeutsamsten Wendepunkte unseres Lebens und dem ersten eigentlichen Hervortreten dieser Anstalt wahrnehmen, der schweren Verantwortlichkeit uns bewusst, welche gegenüber dieser Anstalt, weil sie in uns und durch uns die Zeugen ihrer / Wirksamkeit in die Welt allererst entsendet, uns zufällt. Diese Verantwortlichkeit lässt es denn auch angemessen erscheinen, dass ich im Namen derer, welche sie mit mir