Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 5)
- Language
- German
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des jüd.-theöl. Seminars zu Breslau. 165 tung ist das Urtheil unseres grossen Leibnitz über ihn, das sich in einem von Foucher de Careil auf der Bibliothek zu Hannover aufgefundenen und im vorigen Jahre edirten Aufsatze findet. ,־,Egregium video esse librum R. Mosis Maimönidis, qui inscribitur Doct'or perplexorum et magis philosophicum quam adhuc putaram, dignum adeo lectione attenta: fuit in philosophia, mathematicis, medica arte, denique sacrae scripturae intelligentia, insignis.u Was die Männer dieser Schule auch auf anderen Gebieten geleistet, ist aus den Schriften eines Menachem ben Seruk, Dunasch, Jona ben Gannäeh, Ibn Esra u. A. bekannt; und es ist um so betrübender, dass mit dem Aufhören der maurischen Herrschaft auch diese Schulen sich auflöstern Doch war die jüdische Lehre schon in früher Zeit in Frankreich und im westlichen Deutschland gepflegt worden; auch baueten sich jene Schulen wieder in Italien auf, das zuerst aus der mittelalterlichen Finsterniss erwachte. Padua, Venedig und andere italiänische Städte zählten berühmte Männer, unter denen hervorzuheben der Kritiker Asaria dei Rossi," der Exeget und Mathematiker Misra^chi, der fein gebildete Asaria de Pigo, der gelehrte Abraham Farizol u. Ä. Doch Zeitumstände waren auch diesen Schulen nicht günstig; und das Studium concentrirte sich auf Deutschland und die östlichen Nachbar- Staaten. Aber es hatte auf diesen Wanderungen Einbusse erlitten, durch die gehäuften Leiden war Sinn und Empfanglichkeit für Wissenschaft trüber geworden. Seit einigen Decenhien endlich haben auch diese Schulen sich fast ganz aufgelöst und das theologische Studium fand fast nirgends Pflege. Der Name des Stifters dieses Seminars wird daher unvergesslich bleiben; er hat der jüdischen Theologie eine Stätte eröffnet, an der junge Männer sich zu Theologen heranzubilden Gelegenheit finden, eine Stätte, die, an die alten Schulen anknüpfend, eine Vereinigung der Wissenschaft und der Theologie anstrebt, die innere Verbindung des Glaubens und der Forschung, der Gottesgelehrsamkeit und gelehrter Bildung sich zum Ziele setzt. In diesen drei jungen Männern erblickt das Seminar