Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829276-2829282-2858475--06713-2858518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
164 Entlassung dreier zu Rabb. herangeb. Hörer . Geiste und Geschmack-seines Volkes gelehrte• Wort die mit feuriger Phantasie ausgestatteten ,Stämme, Arabiens für seine, Geistiges und Sinnliches enge in einander verknüpfende Lehre begeisterte. Bald;entsandte Arabien seine fanatisirten Schaaren, an deren durch den Fatalismusglauben gehobenem Muthe jeder Widerstand brach; die Sassaniden, deren letztere Herrscher eine grausame Verfolgung über jüdische Lehrer und Akademien verhängt hatten, traten vom Schauplatz ab, Persien und mit ihm die Euphrat gegen den wurden ein mohamedanisches Reich. — Unter den Khalifen aus dem Hause Moäwiya erhoben sich die babylonischen Akademien zu neuer Bliithe, auch blieb der am Hofe al •Räschid’s und dessen Nachfolgers erwachte und von ihnen aufgemunterte Sinh für die Wissenschaft, nicht ohne Einfluss auf die jüdischen Lehrer. Der durch innere Kriege und Zerklüftungen herbeigeführte Verfall ,des Khalifäts scheuchte die Schulen aus ihrer Müsse auf; das Studium, ängstlich nach einer Stätte umherspähend, fand sie im Abendlande, in den von den Ommiyaden jenseits der Pyrenäen gegründeten Reichen. Zu Cordova, Granada, Sevilla und anderen. Städten des maurischen Spaniens erhoben sich Akademien, : in denen auch die von den Arabern nach langem Todesschlafe wieder in’s Leben gerufene Philosophie Pflege fand und mit neuem, lebendigem Geiste befruchtet würde. Unserer Zeit ist es Vorbehalten, den Einfluss, den die aus diesen jüdischen Schulen hervorgegangenen Männer auf die Philosophie des Mittelalters, übten und welchen Beitrag sie überhaupt zur Wiedererweckung der Philosophie lieferten, zur Anerkennung zu bringen. So ist, wie,von dem gelehrten Munk unwiderlegbar nachgewiesen wurde, in dem von Albertus rnagnus und.Thomas von Aquino häufig angeführten und ihnen zum Leitfaden dienenden Avieebro.n. und dessen fons vitae, der jüdische Philosoph Salomon ben Gabirol und dessen מקור חיים zu finden. Kaum braucht Maimonides erwähnt zu werden, dessen Name und Scbriften fast jedem Gebildeten geläufig, und dessen. Einfluss fast bei allen philosophischen christlichen Forschern des Mittelalters unverkennbar hervortritt. Von tiefer Beden-