Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Entlassung dreier zu Rabbinen herangebildeten Hörer des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
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163 •’־'־. des jüd.-theol. Seminars zu. Breslau.. Das mündliche Examen fand vom 23.—28..März statt. Am 3. April erfolgte die feierliche Entlassung. Diese Feierlichkeit, zu welcher Deputationen der königl. Regierung, der Universität, der Communal- und Gemeindebehörden und hervorragende Männer aus allen Ständen erschienen waren, wurde mit Psalm 19 eröffnet. Hierauf sprach der Unterzeichnete folgende Worte: Hochansehnliche Versammlung! Der Stifter dieser Anstalt, der sei. königl. Gommerzienrath Jonas Frankel, hat durch seinen letzten Willen ein Institut in’s Leben gerufen, das, den durch Wissenschaft gehobenen Gestaltungen• der Neuzeit sich anschliessend, weit hinauf in eine mehr als zweitausendjährige Vergangenheit zurückgreift und in fast ununterbroebener Reihe an sie anknüpft. Palästina sah seit dem heldenmütliigen, für Glauben und Vaterland unternommenen Makkabäerkampf Lehrschulen sich öffnen, denen die wissbegierige Jugend zuströmte, um zu den Füssen der Lehrer zu sitzen, und aus diesen Schulen gingen Män- 11er hervor, die mit männlichem Geiste die Angelegenbeiten ihres •Volkes inneren Despoten und äusseren Drängern gegenüber vertraten, Rom gegenüber,• das, vorerst als Vermittler zwischen zwei rivalisirenden Parteien auftretend, beide Parteien, wie dieses von jeher in seiner Politik lag, verdrängte und sich an deren Stelle setzte. Rom zertrat endlich mit seinem eisernen Fusse das schwache Land, doch nicht den mächtigen in jenen Schnlen gepflegten Geist; er suchte und fand eine Stätte an den Ufern des Euphrat, dort wurden Schulen und Akademien errichtet, die alte Lebenskraft zeigte sich trotz der erfahrenen schweren Drangsale ungebeugt, das Studium nahm unter der Herrschaft der letzten Arsaciden und der ihnen folgenden Sassaniden auf den Akademien zu Nehardea und Sura. einen fast nicht geahnten Aufschwung. Eine in religiöser und noch mehr in politischer Beziehung wichtige Weltbegebenheit hatte sieh inzwischen vorbereitet; im Schosse der arabischen Halbinsel erhob sich jener prophetische Schwärmer, der durch das im 13*