Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 14)
- Language
- German
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134 Dr. Bernhard Beter. der schwarzen, und in der That, es lässt sich der ehemalige. Druck der Hugenotten und Protestanten in allen katholischen Ländern und der Druck der Negersclaven mit denselben Gründen vertheidigen, mit denen man den Druck der Juden zu rechtfertigen bemühet ist. — Es sind ferner in mehreren Petitionen in Bezug auf die Religion der Juden und den Talmud grosse Bedenken erhoben worden. Ich will nicht tiefer in diese Religion eingehen und werde mich auf einige Hauptpunkte beschränken. Man muss davon ausgehen, der wahre Geist des Talmuds könnenur erkannt werden, wenn er im Ganzen und׳nach dem Zeitalter betrachtet wird, in welchem er entstanden. Wenn man ihn so auffasst, wie ihn Maimoniäes und seine Nachfolger aufgefasst haben, so findet man nicht diese gegen einzelne Stellen erhobenen Bedenken. Ferner ist im Talmud, ein besonderer höchst wichtiger Grundsatz aufgenommen: ,,Die Gesetze des Staates seien Dir ein unverbrüchliches Gesetz.‘‘ Darauf kommt es hier allein an. Wenn der Talmud die Gesetze des Staates als unverbrüchliclh hinstellt, so ist kein Bedenken vorhanden, die Juden zu emancipiren, denn• der Staat hat nur darnach zu fragen: ob die Principien einer Religionsgesetlschaft staatsgefährlich sind oder nicht. Dieses stehet als oberster Grundsatz fest, und es fallen hiermit alle Einwürfe, welche man aus der Religion der Juden bergenommen hat. In der That hat die Legislatur sich um das Uebrige nicht zu bekümmern, sie hat nicht nach den Einzelnheiten äer Religion und des Talmuds zu fragen, ebenso wenig wie sie darnach trägt, ob Jemand unter den ChrLsten ein Orthodoxer oder Rationalist, Naturalist oder Supernaturalisfc ist. Es kommt nur darauf an, dass die Juden die Unterwerfung unter das Gesetz des Staates als , obersten Grundsatz anerkennen. Ich -bemerke noch, dass selbst im Bürgereide, welchen die Juden zu leisten haben werden, wenn sie emancipirt sind, ausdrücklich eine Gar.antie liegt.. In letzter Sitzung wurde gefragt: wo sollen die Garantien herkommen? Ich .frage: worin liegen die .Garantien bei den Christen? Wir haben in voriger Sitzüng gehört, dass im alten und neuen Testament Grund-