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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 4 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 4
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 133 (sequence 13)
Language
German
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Dr. Bernhard Beer. 133 Nachdenken und gewissenhafter Prüfung gefunden hat, dass die Gründe für die Emancipation bei weitem, überwiegender seien, so lag es ausser dem Bereiche der Möglichkeit, die ein gegangenen Petitionen gegen die Emancipation auf andere Weise zii berücksichtigen. Ich werde mir erlauben, ohne das Deputationsgutachten unnöthiger Weise zu wiederholen, nur ein kurzes Resumd der Hauptgründe zu geben, damit hin und wieder eine kurze Widerlegung mehrerer Aeusserungen gegen die Deputation zu verbinden und einige Tliatsaclien anzuführen, welche mehr als alle Demonstrationen beweisen. — Es ist in der Petition 1 u. A. der Grund geltend gemacht worden, es sei Pflicht des Staates, die christlichen Einwohner bei ihren lange erworbenen Rechten, Vorrechten und Vorzügen gegen die Juden zu schützen. Dass diese Vorzüge und Vorrechte dermalen bestehen,.ist keinem Zweifel unterwerfen, dass sie sich aber im Laufe der Zeit nur daraus gebildet haben, dass man den Juden die Menschenrechte entzogen hat, ist eben so richtig. Es ist hierüber in dem Deputationsgutachten gesagt, dass diese Rechte lediglich auf der Idee einer herrschenden Kirche beruhen, und ich mache noch darauf aufmerksam, dass dieselbe Idee den Glaubensgenossen irgend einer herrschenden Kirche immer und unter allen Verhältnissen Vorrechte und Vorzüge bewilligt hat. Gehen Sie nach Spanien, Portugal, Italien und in alle anderen Länder, wo der römische Katliolicismus in seinem ganzen Umfange bestehet, und Sie werden finden, dass man es als einen wohlerworbenen Vorzug für die katholischen Glaubensgenossen betrachtet, Im bürgerlichen Leben besser als andere christliche Religionsbekenne!׳ gestellt zu sein. Es ist dieses kein Wunder; man glaubt, weil diese Vorrechte einmal seit lange da sind, müssen sie da sein und es müsse sich ein rieht!- ger Grund dazu vorfinden. Es findet sich aber kein Grund: bei uns siebet man dieses ein, in 8panien und Neapel kann man es nicht begreifen. Ich bemerke ferner, dass dieselbe Idee auch , dem afrikanischen Sclavenhandel zu Grunde liegt; dieser beruhet ebenfalls auf dem Gedanken einer natürlichen Bevorzugung der weissen Rasse vor

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