Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829276-2829281-2858383--06648-2858430- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
132 Dr. Bernhard Beer. Lage zu setzen, sich frei entwickeln und äussern zu können. Klug ist es, gerecht zu sein, und niemals kann etwas anderes klug sein, als was gerecht ist“*). Die Debatte wurde auch am andern Tage fortgesetzt und abermals betrat y. Mayer als Referent die Rednerbühne. ״Es ist in letzter Sitzung unter anderem der Deputation von zwei Seiten ein Vorwurf gemacht worden, gegen den sie sich zu vertheidigen genöthigt siehet. Man hat angeführt, die Deputation habe nicht mit gleicher Ge-. rechtigkeit die vielen Petitionen gegen die Emancipation der Juden behandelt, als die einzige Petition für dieselbe. Ich werde darauf Einiges in formeller und materieller Beziehung antworten. Formell betrachtet, kann man doch unmöglich sagen, dass die Deputation nicht mit gleicher Gerechtigkeit beiderlei Petitionen ihr Recht habe widerfahren lassen. Die Deputation hat sich die Sache nicht leicht gemacht, sie hat alle Gründe, welche gegen, die Emancipation sprechen, sorgfältig herausgehoben, geprüft und widerlegt. Der Bericht füllt 17 gedruckte Seiten, darunter ist die Relation und Sacherorterung nebst den Anträgen und deren Begründung, und wenn die Erörterung über die fünf (gegnerischen) Petitionen mehr als die Hälfte des Berichts ausmacht, so ist formell ihnen gewiss die hinlängliche Aufmerksamkeit geschenkt worden**). Materiell läuft aber die ganze Frage darauf hinaus, warum man den mehreren Stimmen dagegen nicht mehr Gewicht beigelegt habe als der einzigen dafür. Da muss ich bemerken, dass die Stimmen nicht gezählt werden können, sondern dass es natürlich allein auf clie Gerechtigkeit der Sache ankommt, und wenn die Deputation nach reiflichem •*) Das. S. 2995 ff. Es ging zu Ende dieser Verhandlung noch eine Petition gegen die Juden ein, aus der wir als Cudosum folgenden Passus an führen’: ״Der Mendelssohn-Verein hat mit zwei Sch uhm ach er meistern Conlracte abgeschlossen, um zw\ei israelitische Lehrlinge aufzudingen. Die Tendenz d es Mendelssohn - V er eins, hierdurch den Schuh- und Lederhandei an sich zu ziehen, ist in einer Vorstellung, welche von Seiten der Schümaeher-Innung bei E. E. Rath eingereicht ist, auseinandergesetzta. Das, S. 3844.