Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Dr. Bernhard Beer
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Dr. Bernhard Beer. keinem deutschen Staate die Gleichberechtigung der Fr anzosen u. s. w. in Abrede gestellt-, .warum wird diese Waffe nur gegen den Juden: gerichtet? Etwa weil die Klugheit sagt, dass man ah den Mächtigen sieh nicht vergreifen darf? — Hatte also auch hier der Redner fehlgegriffen, so besagt sein ferneres Motiv, dass ihm der tiefe Blick des Staatsöconomen abging. Die Volksverbindung der Juden erleichtere ihnen den Handel, und als Argument hierfür'wird das Haus Rothschild angeführt, das so gross geworden, weil es von den Geldmitteln seiner Na• Hon unterstützt wurde. Dieses Argument zeugt von einer so׳ beschränkten Anschauung der Weltverhältnisse, dass man mit Recht erstaunt, wie je ein Organ der Regierung mit ihm hervorgetreten! Wenden wir uns nun zu der dritten Gruppe, die unbeirrt von Rücksichten der Klugheit offen für die Juden eintrat. Sie wurde gebildet von dem Präsidenten des Hauses, General von Leyssei-, dem Vicepräsidenten Appel-, lationsrath Dr. Haase aus Leipzig, den Abgeordneten Axt, Haussner u. A., die zumeist den von manchen Abgeordneten aus der Religion der Juden hergeleiteten Angriffen mit dem von Beer in der Petition niedergelegten Glaubensbekenntnisse entgegentraten. An ihrer 'Spitze stand der Referent v. Mayer, dessen mustergültige Rede, an der noch heute Manche sieh belehren• können, hier einem bedeutenden Theile nach wiedergegeben werden mag. ״Nachdem mehrere Redner für und gegen die Sache gesprochen haben, werde ich mich darauf beschränken können, den Standpunkt zu erörtern, auf welchen die Kammer sich nach meinem Wunsche stellen möge, und dann Einiges zur Widerlegung anknüpfen. Sie erinnern sich an den bekannten Ausspruch eines grossen Mannes, das würdigste Studium des Menschen ist der Mensch. Was aus diesem Studium hervorgehet und von den grössten Männern aller Jahrhunderte als Resultat ihres Nachdenkens niedergelegt worden ist, hat innere Wahrheit und diese Wahrheit bleibt ewig. In diesem Sinne, weit entfernt, ein Ideal zu schaffen, weit entfernt zu wähnen, ich allein sei befähigt, die Wahrheit zu erfassen, habe ich das Deputationsgutachten