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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 4 · p. Seite 124

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 4
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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124 Dr. Bernhard Beer. Redner für die Juden,“ meinte er, ״betrachten die Frage als eine rein theoretische, die Gegner als eine praktischadministrative; die Einen behandeln sie von dem Standpunkte des allgemeinen Menschenrechts ans, während die Anderen sie im Interesse und dem Geiste unseres Staates und unserer Gewerbe besprechen. Man muss also einen Unterschied zwischen den Rechten machen, welche sich einander gegenüber stehen, und es gibt allerdings eine Grenzlinie zwischen den Rechten, welche alle Bürger haben, gegenüber denen, welche als allgemeine Menschenrechte betrachtet werden müssen. Was gegen die Mensehenrechte gehet, wie z. B. die Sklaverei, lässt sieh nicht vertheidigen, und aus diesem Gesichtspunkte ist die jetzige Behandlung der Juden noch ein Ueberrest der früheren barbarischen Zeit. Es ist also eine Pflicht der Gerechtig* keit, auf gesetzlichem Wege auszuscheiden, was gegen die allgemeinen Menschenrechte gehet; aber ausserhalb dieses Kreises scheint mir diese Frage lediglich in das Gebiet der materiellen Interessen zu treten. Man darf also nicht lediglich vom philosophischen Gesichtspunkte ausgehen und den Juden Gleichstellung der bürgerlichen Rechte zukommen lassen. Das jüdische Volk hat wie jedes andere Volk Rationalfehler und Nationaltugenden. Es ist mässig, sparsam, keusch, hat Volkssinn und Sinn für Gastfreiheit, und zeichnet sich durch seltenen Scharfsinn und Talente aus. Es scheint aber viel auf die relative Stellung, zu dem Volke anzukommen, in dessen Mitte die jüdische Nation lebt. Und da ist nicht zu verkennen, dass zwischen der Volkstümlichkeit unseres Volkes und des jüdischen ein wesentlicher Gegensatz wahrzunehmen ist. Die Volksstämme germanischen Ursprunges zeichnen sich durch Geradheit, Offenheit, Rechtlichkeit, Vertrauen, lebhaftes Gefühl für Ehre und durch persönliche Tapferkeit aus. Diese echt germanische Weise findet offenbar in den Fehlern des jüdischen Charakters einen schneidenden Gegensatz, eine Art von Polarität. Die Frage, wie diese Verschiedenheit der Charaktere sich nach der Emancipation gestalten würde, verdient besondere Beachtung. Das mercantilische Princip, welches der jüdischen Nation

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