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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. Seite 113

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 113 (sequence 13)
Language
German
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als Religionsphilösoph. 113 Eingehen auf das Einzelne und seine Auffassung der von den verschiedenen Personen gehaltenen Heden fallen lassen zu können. Was endlich seine Cömmentarien zu den geschichtlichen Büchern der Schrift (zu Esther, Ruth, den ersten Propheten, Daniel, Esra, Nehemias und den Büchern der Chronik) anbetrifft, so befolgen sie, wie er selbst in der Einleitung zum Josuäcommentar sagt, genau die Methode des Pentateuchcommentars und bieten daher, wenn auch Vieles Bemerkenswerthe im Einzelnen, doch nichts Eigenartiges, das eine besondere Ch&rakteristik erheischte. Dass er sich iin Commentar zu Daniel mit Messiasberechnungen beschäftigt und das Jahr 1358, ein Termin, in welchem er mit Nachmanides und auch mit Abraham den Chija1) zusammen trifft, als das Jahr der Ankunft des Messias bezeichnet, hatten wir schon an einem anderen Orte zu erwähnen Gelegenheit2). Am Ende unserer Uebersicht über die religionsphilosophisehen Leistungen des Gersoniden angelangt, können wir einerseits nicht umhin, die grossartigen Anstrengungen anzuerkennen, die er gemacht, um Judenthum und Aristotelisinus zu versöhnen, andererseits müssen wir ihn gerade als denjenigen bezeichnen, der die Unmöglichkeit einer solchen Versöhnung späteren Zeiten am schärfsten gezeigt hat. So wenig auch Maimonid.es es unterlassen hatte, eine Uebereinstimmung des Bibelwortes und der philosophischen Lehren durch oft unhaltbare Auslegungen zu erzielen, so wenig können wir ihm doch nachsagen, dass er irgendwo dem Aristotelisinus eine belangreiche Concession gemacht hätte, eine solche, meinen wir, die eine der Fundamentallehren des Judenthums oder auch nur eine aus diesen Fundamentallehren fliessende Consequenz betroffen hätte. Er weis8 von keiner Concession, wo es sich um die creatio ex nihilo, um die specielle Providenz, um die unbedingte Willensfreiheit, um die Wunder und um ähnliche dem Judenthume. angehörige Vorstellungen handelt, Auch Gersonides freilich concedirt mit Wissen und Willen Nichts. Aber die optische Täuschung, als ב) Vgl. über ihn Grätz, Geschichte der Juden B. VI, S. 121. Gersonides citirt auch ein Buch צורת הארץ von Abraham ben Chija (Milchamot VI, II, 4 (S. 69a). 2) Vgl. 9. Jahrgang dieser Monatsschrift, Notizen zu Lewi ben Gerson, Notiz I. Frankel, Monatsschrift. XI. 3. 9

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