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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 114 (sequence 14)
Language
German
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114 Recensionen und Anzeigen. ob die Annahme einer ungewordenen Materie, die Läugnung einer speciellen Providenz und ähnliche die jüdischen Vorsteihingen wesentlich alterirende Annahmen, künstlich mit denselben sich vereinigen Hesse, ist bei ihm ungleich grösser. Darum tritt nach ihm ein Besinnen ein. Nicht mehr der unphilosophisehe Sinn und der Fanatismus bekämpfen die maimonidische und die gersonidische Richtung, sondern Männer, die für die philosophische Erfassung der Religion das Verständniss und das Bedürfniss haben. So namentlich der von uns schon Eingangs erwähnte Chasdai Crescas aus Saragossa. Statt die Schrift so lange zu pressen, bis sie rede wie Aristoteles, macht er den ersten nennenswerthen Versuch in umgekehrter Richtung, die aristotelischen Anschauungen als unhaltbar nachzuweisen. Dass er bis jetzt keine grössere Beachtung gefunden, ist nicht seine Schuld. Spinoza hat ihn beachtet und vielleicht mehr als das, vielleicht benutzt. Er verdient einen Platz in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie und wohl auch wegen maneher originellen Gedanken einen Platz in der Geschichte der Philosophie überhaupt. Doch nicht von Chasdai wollten wir reden, sondern nur andeuten, wer nach Gersonides die Aufgabe, ein specifisch jüdischer Religionsphilosoph zu sein, nicht ohne Erfolg übernimmt. Recensionen und Anzeigen. Beitrage zur Entwicklungsgeschichte der jtid. Dogmen u.. 8. w. Von L. Skreinka, (Schluss.) Wenn die Schlussfolgerung von der Form eines Buches auf seinen Inhalt berechtigt ist —- und in einem gewissen Sinne ist sie es ja immer — brauchten wir in Betreff des vorliegenden Buches blos auf das, was wir über seine Form gesagt haben, zu verweisen, und der unbefangene Leser wird im Allgemeinen sieh das richtige Urtheil über den Inhalt des Buches schon abstrahiren. Wer einen zu bearbeitenden Stoff, sei er auch der weiteste und dunkelste, so sehr durchdrungen hat, dass er ihn mit Leichtigkeit beherrschen kann — und früher soll man an das Buchschreiben nicht gehen — dem ergibt sich

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