Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 11 (1862)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 5)
- Language
- German
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als Religionsphilosoph. 105 Und zwar soll das erste dieser Werke, unter dem Namen ספר המצלת (Buch der Gebote), vom Bibelverse ausgehend, alle einzelnen Gebote und die für sie geltenden Grundbestimmungen, so wie sie im Commentar erläutert sind, enthalten, zugleich aber auch in gehöriger Vollständigkeit, was der Talmud darüber lehrt, mit genauester Quellenangabe. Dabei sollen neben der eigentlichen Hauptqueile, dem babylonischen Talmud, alle einschlägigen Werke (der jerusalemische Talmud, Tosifta, Sifra, Sifri und Mechilta) sorgfältig benutzt werden. Das zweite Buch wiederum soll eine Erläuterung der Talmudtraktate enthalten1), an deren Spitze er jedesmal die im zu erläuternden Traktate behandelten Gebote setzen und mit den Bibelversen, aus denen sie herzuleiten seien, in Zusammenhang bringen wolle. Damit würde die weitere Erläuterung dessen, was der Traktat an Verzweigungen der aus der Schrift nachgewiesenen Wurzeln für die Gebote enthalte, am besten vorbereitet. So oft aber die Erörterung eines Gebotes an zerstreuten Talmudstellen vorkomme, wolle er sämmtliche Stellen zu demjenigen Traktate heranziehen, der die eigentliche Hauptstelle bildet oder enthält. Wie ersichtlich, würde in dieser Beziehung das letztere Werk mit dem ersteren inhaltlich identisch sein und nur durch die Anordnung sich von ihm unterscheiden. Zugleich aber sollen auch die Erzählungen des Talmud ihre Berücksichtigung finden, wenn auch nur durch kurze und auf den sinnigen Leser berechnete Erklärungen. Bemerkenswerth ist nur noch, dass Gersonides sich veranlasst sieht, zur Orientirung seines Commentarlesers die Reihenfolge sämmtlicher Talmudtraktate und sogar die Reihenfolge der einzelnen Abschnitte, derselben aufzustellen, und dass er zugleich hinzufügt, er wolle in dem talmudischen Werke, das ihn besehäftige, auch die Ursachen für diese Reihenfolge anzugeben suchen. Nachdem wir so den Gersoniden selbst seinen Commentar haben charakterisiren lassen, suchen wir eine Ergänzung dieser Charakteristik im Commentar selbst: 13 Dass er eine solche Erläuterung wirklich in Angriff, genommen, geht daraus hervor, dass er, wie früher schon erwähnt, seinen Commentar zu Berackot citirt. (Pentateuch-Commentar 207 .6 דבריםa.)