Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829276-2829280-2858281--06574-2858339
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

96 Dr. Bernhard Beer. eintauschen gegen von ihr zu verleihende. Rechte! Und wie sehlagend ist die Angabe, sie habe die moralische Verbesserung der Juden im Auge! Durch Aufgeben eines eonfessionellen Grundgesetzes sollen die Juden ihre Heigung zur moralischen Verbesserung bekunden? Dieses wäre das entwürdigendste Bekenntniss ihrer moralischen Verworfenheit: für Weltliches Göttliches, für politisches Recht das heiligste Recht des Menschen, seine Beziehungen zu Gott nach seiner Ueberzeugung zu gestalten und festzuhalten, aufzugeben! Man kann kaum den bitteren Zweifel unterdrücken, ob den mit solchem Frevel an Gottlieh em und Menschlichem ■Hervortretenden nicht noch mehr eine ״moralische“ Verbesserung als den Juden nothgethan hätte? — Doch was vermag der Schwache dem Mächtigen, gegenüber? An diese Regierung konnte man sich nicht mehr wenden, und man schwebte auch in Ungewissheit, ob an die Kammern eine Petition zu richten sei, da man bei dem noch wenig geübten Petitionsrechte den Zorn der Regierung befürchtete. Beer übernahm die unter diesen Umständen schwierige Aufgabe der Abfassung einer Petition. Er hatte seinem Lehrer Mendelssohn aus dessen Verteidigungsschrift gegen Lavatei* und anderen abwehrenden Aufsätzen die Kunst abgesehen, die Wahrheit zu sagen ohne zu verwunden, die Sprache der Aufrichtigkeit zu sprechen und indirect auf Unrecht und Verkehrtheit hinzuweisen. Diese von den Aeltesteii der Gemeinde an die erste Kammer überreichte Petition״־:), der er die Worte Herders: ״Ist der Staat das, was er sein soll, das Auge der allgemeinen Vernunft, das Ohr und Herz der allgemeinen Billigkeit und Güte : so wird er jede dieser Stimmen hören und die Thätigkeit aller Menschen aufwecken und ermuntern,“ als einen feinen Vorwurf gegen die Regierung enthaltendes Motto vorsetzte, eröffnet mit den einleitenden Worten, ״dass die Petenten zwar die vollste Beruhigung haben, ־׳) Vorstellung der israelitischen Gemeinde ׳zu Dresden an die hohe Erste Kammer der Ständev er Sammlung des Königreichs Sachsen. V erfasst und mit Anna erklingen versehen von B. Beer. Dresden ל Mein־, hold u. Böhne. 1833.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.