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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 3 · p. Seite 83

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 3
Article
Dr. Bernhard Beer
Date
1862-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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Dr.. Bernhard Beer. 83 tigenden Ausgangspunkt. In allen deutschen Staaten war die Lage der Juden erträglicher geworden. Sachsen allein verblieb bei seinem unerhörten Unterdrückungssystein. Da erwachte wohl in mancher Brust der Vorwurf ob solches an Menschen begangenen Unrechts. Die von dem Fanatismus der früheren Zeiten in dem blich!glauben der Juden gefundene und ihm vollständig genügende Rechtfertigung reichte nicht mehr aus: man suchte sie daher in dem Glauben der Juden. Dieser wurde als mit Menschenhass und dem tiefsten Aberglauben geschwängert verschrieen, seine durch ihn tiefverderbten Anhänger als schädliche Auswüchse gekennzeichnet, die der Staat ausscheiden oder mindestens auf einen sehr beengten Raum der Gewissens- und bürgerlichen Freiheit beschränken müsse. Die Juden setzten dieser Verleumdung Verachtung entgegen, sie trugen in sich das Bewusstsein der Reinheit ihres Glaubens und dass er sie weit über ihre christlichen Bedrücker erhebe, die stolz auf ihre Religion der Liebe sie in Härte und Lieblosigkeit ausprägten. Den Höherbegabten drängt es jedoch, der sein Inneres begeisternden Ueberzeugung auch nach aussen ihr Recht zu verschaffen; er fühlt sich getrieben, der Verkennung mit geistigen Waffen entgegenzutreten, für das, was ihm das Heiligste, mit der Macht lichtvoller Wahrheit einzustehen. Man nimmt in den früher gedachten Reden Beer’s eine tiefe sittliche Entrüstung ob der gegen den Glauben erhebenen Beschuldigungen wahr, und er trat mit ihr im Jahre 1829 in einem vielgelesenen Journale hervor*). Hier legte er den Inhalt des jüdischen Glaubens in kurz gedrängten Sätzen nieder. Nachdem er im Eingänge klagt: Alle deutschen Regierungen stellten ihre israelitisehen Unterthanen mehr oder minder den christlichen gleich, nur im Königreiche Sachsen trage man noch bis jetzt Bedenken, die daselbst bestehenden mittelalterlichen Verfügungen hinsichtlich der Juden aufzuheben, fährt *) Die Biene. Wöchentliche MiLtheilnngen für Sachsen lind angrenzende Länder. 1820. Nr. 86. , Dieser Aufsatz isfc mit manchen Zusätzen auch in den ״Denkwürdigkeiten für Sachsen/1 1880, Nr. 49 abge druckt. V

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