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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1862-01-01 · Heft 2 · p. Seite 70

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
11 (1862)
Issue
Heft 2
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1862-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 Lewi ben Gerson (Gersonides) (28- 9) zurückgehende Ansicht hat, dass die Wahrhaftigkeit eines• Propheten erprobt wird an dem Eintreffen oder Nichteintreffen des Guten, das er prophezeit hat, dass aber das Nichteintreffen einer schlimmen׳ Androhung noch keinen Beweis für die Falschheit eines Propheten abgebe1), So gründlich er an die Hebung auch dieser Schwierigkeit geht, so glauben wir dennoch nicht, dass sie dem Leser hinlängliches Interesse gewährt, und beschliessen deshalb hier unsere IIebersicht über den Inhalt der letzten Abhandlung des Milchamot, um zu dem zweiten Hauptstück unserer Arbeit, der Besprechung der Gersonidischen Bibelcommentarien, überzugehen. II. Die Bibelcommentarien des Gersonides, Die Bibelcommentarien des Gersoniden stehen in so innigern Bezug zum Milchamot, dass wir nicht umhin konnten, schon früher, wenn auch nur in den allgemeinsten Zügen, eine Charakteristik derselben zu geben, namentlich was ihr Verhältniss zum Milchamot angeht. Aus dieser allgemeinen Charakteristik nun war schon ersichtlich, dass und inwiefern Gersonides’ exegetisclier Standpunkt ein verfehlter und geschichtlich überwundener sei. Die Resultate einer Philosophie, die von ganz an deren als den biblischen Voraussetzungen ausgegangen war, 8011ten־ mit der Schrift nicht blos ausgeglichen, sondern in ihr wieder gefunden werden. Die Schrift selbst wurde nicht blos als Offenbarung religiöser Wahrheiten und Lehrbuch der Sittlichkeit aufgefasst, sondern auch, nach unserer Anschauung, profanes Wissen wurde in ihr gesucht und gefunden. Aber diese allgemeine Charakteristik passt mehr oder weniger auf alle, wie wir sie nennen können, philosophische Commentarien der Schrift. Sie ist eben darum noch nicht charalcteristisch genug für Gersonides. Wir müssen uns daher seinen Commentarien näher zuwenden, um innerhalb des ihm mit Anderen gemeinsamen Standpunktes seinen besonderen zu erkennen. Dazu scheint uns aber der, wenn auch nicht der Zeit, doch der Bedeutung nach unstreitig erste seiner Commentarien, der Pentateuchcommentar, das geeignetste Material zu liefern. נ) Vgl. ־aber denselben Punkt Maimonides, Einleitung in den Mischnaconmentar (Talmudausgabe B. I, S. 87 ff).

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